Per Aufzug zum Bahnsteig

Der Bahnhof in Idar-Oberstein gehört zu den Sorgenkindern der Schmuckstadt. Nach den derzeit laufenden Bauarbeiten soll das endlich anders werden.

Idar-Oberstein. (jst) Lange wurde über behindertengerechte Aufzüge, die zu den Bahngleisen führen, diskutiert, nun wird endlich gebaut, und im September sollen sie dann in Betrieb genommen werden. Die Rohbauten der Schächte für die beiden Glasaufzüge sind fertig, in den kommenden Tagen werden die Schachtgerüste, an denen die Aufzüge aufgehängt werden, eingebaut. Ergänzend zum behindertengerechten Zugang zu den Bahnsteigen wurde damit begonnen, ein Blindenleitsystem zu installieren. Durch Rillen in den Fußbodenplatten werden Blinde und Sehbehinderte durch den Bahnhof und an die Bahnsteige geführt. Nach dem Einbau der Aufzüge, der von der Bahn finanziert und organisiert wird, zieht die Stadt mit der Renovierung der Bahnhofshalle nach. "Es sollen neue Lampen eingebaut und die notwendigen Ausbesserungsarbeiten vorgenommen werden", berichtet Bauamtschefin Christine von der Burg. Noch in diesem Jahr soll der Bahnhof dann ein repräsentatives Erscheinungsbild abgeben. Allerdings macht man sich bereits Gedanken, wie lange es dabei bleiben wird: In der Vergangenheit waren die Bahnhofshalle und die Bahnsteige häufig Ziel von Vandalismus und Schmierereien. Um diese Probleme einzudämmen, wurde bereits vor rund zweieinhalb Jahren eine Sicherheitspartnerschaft zwischen der Stadt und der Bahn vereinbart. In deren Rahmen hat die Bahn dem Vollzugsdienst des städtischen Ordnungsamts das Hausrecht im Bahngebäude und auf dem Bahnhofsplatz übertragen. "Wir haben damit im Grunde das Recht, jede Person, die keinen Fahrschein besitzt, aus dem Bahnhof zu weisen", erläutert Klaus Lorenz, Leiter des Ordnungsamtes. "Wir beschränken uns aber auf Leute, die tatsächlich stören oder die uns einschlägig bekannt sind." Ferner, so Lorenz, habe auch die Polizei immer ein besonderes Augenmerk auf den Bahnhofsbereich, der Treffpunkt verschiedener Gruppen sei, darunter auch welche, die für gewaltsame Auseinandersetzungen oder Sachbeschädigungen bekannt sind. Schon seit längerem gibt es Überlegungen zu einer Videoaufzeichnung. Die ist aber an besondere Voraussetzungen gebunden. "In öffentlichen Räumen darf nur dann aufgezeichnet werden, wenn etwas passiert oder sich so etwas andeutet", erklärt der Leiter des Ordnungsamtes. "Allein die Tatsache, dass im Bahnhofsbereich öfter mal Sachbeschädigungen vorkommen, rechtfertigt keine durchgehende Videoaufzeichnung." Allerdings könne sich diese Situation ändern. "Der Datenschutzbeauftragte des Landes hat auch bei einer anderen Klein stadt schon grünes Licht gegeben."

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