Per Drehleiter in den achten Stock

Manderscheid · Ein Brand im Fahrstuhl und ausgetretenes Chlorgas - mit diesem Szenario haben sich am Samstag vier Feuerwehren bei einer gemeinsamen Übung auseinandergesetzt. Ort des Geschehens: die Eifelklinik Manderscheid.

 Mit der Drehleiter in luftige Höhe: Bei der Übung an der Eifelklinik Manderscheid betreten die Retter das Gebäude über die Dachterrasse des achten Stocks. TV-Foto: Holger Teusch

Mit der Drehleiter in luftige Höhe: Bei der Übung an der Eifelklinik Manderscheid betreten die Retter das Gebäude über die Dachterrasse des achten Stocks. TV-Foto: Holger Teusch

Manderscheid. Still, idyllisch und an diesem verregneten Samstagnachmittag etwas verschlafen liegt der Gebäudekomplex der Eifelklinik Manderscheid an den bewaldeten Hängen der Kleinen Kyll. Doch mit der Ruhe ist es kurz nach 15 Uhr vorbei. Peter Schmitz von der Eifelklinik drückt auf den roten Knopf und alarmiert damit die Feuerwehr Manderscheid - für eine Großübung. Diese ruft sofort die Wehren von Meerfeld, Bettenfeld und Deudesfeld zur Hilfe. Kurz darauf treffen 60 Mann mit insgesamt neun Fahrzeugen ein.
Das Szenario: Brand in einem Fahrstuhl. Das Treppenhaus des achtstöckigen Hauptgebäudes ist total verraucht. Im obersten Stock wird noch eine Person vermutet. Außerdem ist im Technikbereich des Schwimmbads Chlorgas ausgetreten. Eine Person wird vermisst.
Weil der Zugang über das Treppenhaus nicht möglich ist, verschaffen sich zwei Feuerwehrmänner mit der Drehleiter über die Dachterrasse Zugang zum obersten Stockwerk und bergen eine Person, die durch die Rauchentwicklung in der Teeküche ohnmächtig geworden ist.
Dabei tritt jedoch ein Problem auf: Der Durchmesser der Rohre des Geländers der Dachterrasse ist zu groß. Die Retter können sich daran nicht sichern, wenn sie von der Leiter aufs Gebäude steigen. Bei einer Übung entdecke man genau solche Dinge, erklärt der Manderscheider Feuerwehrführer Manfred Metzgeroth.
Positiv seien die neue Druckwasserleitung, mit der Löschwasser von der Kleinen Kyll hochgepumpt wird, sowie der Einsatz von Digitalfunk. "Bei so einem großen Gebäudekomplex lebt der Einsatzleiter von der Funkverbindung", erklärt er. Der Digitalfunk ermögliche nun eine störungsfreie Verbindung vom entlegensten Keller bis hinauf aufs Dach.
Keine Evakuierung


Eine Evakuierung der Eifelklinik wurde diesmal auch mit Rücksicht auf die Patienten nicht geprobt. "Wir führen jährlich Brandschutzübungen durch", erklärt die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Sigrun Neumann.
Die Alarmierung der Mitarbeiter erfolgt dabei vollautomatisch, sobald Rauch- oder Druckmelder ausgelöst werden. Rund 200 Patienten der Klinik für psychosomatische Rehabilitation müssten dann aus dem Gebäude gebracht werden. "Wir haben allerdings keine Bettlägrigen dabei", betont Peter Schmitz.

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