Personalkosten steigen stark

Morbach · Bürgermeister Andreas Hackethal hat die Verwaltung der Einheitsgemeinde Morbach neu gegliedert. Bislang gab es drei Abteilungen, jetzt sind es vier. Hackethal verspricht sich mehr Effektivität. Die Umstrukturierung werde keine Personal-Mehrkosten verursachen, sagt Hackethal. Sie steigen dennoch erheblich. Das hat aber andere Gründe.

Morbach. Die Personalkosten der Gemeindeverwaltung Morbach werden in diesem Jahr um elf Prozent steigen. Das sagte Bürgermeister Andreas Hackethal im Gespräch mit dem TV. Der Haushalt mit Stellenplan ist allerdings noch nicht verabschiedet, er steht auf der Sitzung am 19. Februar auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Im Jahr 2012 betrugen die Personalkosten 6,43 Millionen Euro.
Die enorme Steigerung der Personalkosten hat, so Hackethal, mehrere Ursachen. Deutlich zu Buche schlagen weitere Erzieherinnen und Küchenkräfte für die Kindergärten sowie zwei zusätzliche Stellen im Bauhof. Dort waren bis zu acht Zivildienstleistende beschäftigt. Nach dem Wegfall der Wehrpflicht gibt es keine Zivis mehr.
Im Stellenplan 2013 ist außerdem eine zusätzliche Stelle für den Bereich Unterhaltung/Technik berücksichtigt. Hackethal: "Wir haben sieben Kindertagesstätten, bauen eine achte, und es gibt vier Grundschulen in der Einheitsgemeinde. Da gibt es viel zu tun."
Hackethal erläuterte ferner gegenüber dem TV die neue Verwaltungsstruktur. 60 Menschen arbeiten im Rathaus der Einheitsgemeinde Morbach. Aufgeteilt waren sie bislang in die drei Abteilungen Zentralverwaltung, Ordnungsverwaltung und Bauverwaltung.
Ab dem 1. Januar hat sich diese Struktur verändert. Die entscheidende Neuerung: Die Bauverwaltung wurde aufgespalten. Hinzugekommen ist die Abteilung Kommunale Betriebe mit Jürgen Schabbach als Abteilungsleiter. Dort sind unter anderem die Bereiche Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Gemeindeforst und Freibad angesiedelt.
Neue Anstalt betreibt Windräder


Ganz neu im Gliederungsplan der Gemeinde ist der Bereich Anstalt des öffentlichen Rechts, eine Institution, die, so Hackethal, noch in diesem Jahr gegründet werden soll (siehe Extra). Sie werde sich um das Thema erneuerbare Energien kümmern und neue Windkraftanlagen in der Gemeinde ganz oder teilweise betreiben (der TV berichtete).
Für Hackethal bedeutet die Aufspaltung mehr Bürgernähe. Sie führe ferner zu mehr Effizienz. Hackethal: "Wer ein Anliegen hat, findet schnell und direkt einen Ansprechpartner. Es ist außerdem effektiver, eine große Abteilung in zwei mit spezifischen Aufgaben aufzuteilen."
Die Zentralverwaltung untersteht nach wie vor Theo Gätz. Doch seit dem 1. Januar hat er neben Martin Liesch einen zweiten Stellvertreter: Günther Alt, der jetzt den Bereich Finanzen unter sich hat, darf sich nun Kämmerer nennen. Zuvor hatte offiziell Theo Gätz diese Position inne. Hackethal: "Wir haben mit dieser Änderung den Bereich Finanzen deutlich gestärkt." Hackethal betont, dass die Umstrukturierung keine Mehrkosten verursachen werde, auch bedeute sie nicht eine Degradierung seines einstigen Mitbewerbers um das Bürgermeisteramt, Theo Gätz. Das sieht Gätz ebenso. Die neue Struktur sei mit allen Abteilungsleitern, also auch mit ihm, erarbeitet worden. Günther Alt habe ohnehin schon in den Vorjahren maßgeblich den Haushaltsplan erstellt. Deshalb sei es nur folgerichtig, dass er jetzt auch offiziell der Kämmerer sei.Meinung

Immer höhere Lasten
Bürgermeister Hackethal verspricht sich von einer anderen Verwaltungsstruktur mehr Effizienz. Ob er dieses Ziel erreicht, lässt sich frühestens in einem Jahr sagen. Die ausufernden Personalkosten wird er aber kaum in den Griff bekommen. Das Problem: Die Einheitsgemeinde Morbach betreibt sieben, nach dem Sommer sogar acht Kindertagesstätten. Millionenbeträge müssen die Gemeinden bereits für die Um- und Erweiterungsbauten der Kitas aufbringen. Aber auch an den Personalkosten sind die Kommunen beteiligt - mit 15 Prozent. Die Kitas brauchen heute deutlich mehr Personal, weil auch Kleinstkinder ab einem Jahr betreut werden. Bund und Land wollen das. Bezahlen müssen diese Wohltaten aber zum Teil die Gemeinden. Morbach ist nur ein Beispiel von vielen. w.simon@volksfreund.deExtra

Anstalten öffentlichen Rechts (AöR) werden von Verwaltungen oder Kommunen eingerichtet. Sie erfüllen Aufgaben für öffentliche Zwecke und bündeln dafür Personal und Sachmittel wie Gebäude, Anlagen und Fahrzeuge in einer Organisation. Als erste Verbandsgemeinde in der Region Trier gründete 2011 die VG Arzfeld eine AöR, um Photovoltaikanlagen auf Dächern von Gemeindegebäuden zu errichten und zu betreiben. Eine AöR Energiewelt Idarwald wurde im Mai 2012 von der VG Rhaunen gegründet. Träger und somit Mitglied im Verwaltungsrat der AöR sind neben der VG Rhaunen alle Ortsgemeinden der VG. Zum Vorstand der AöR wurde der Werkleiter der VG-Verwaltung Rhaunen bestellt. Vorsitzender des Verwaltungsrates ist Bürgermeister Georg Dräger. Nach ihrer Satzung wurde der AöR die Aufgabe der Energiegewinnung und Energieversorgung übertragen. Aktuelles Projekt der AöR ist die Errichtung von Windenergieanlagen in der VG Rhaunen. sim

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