Pestemer fordert Dellwo heraus

THALFANG/NEUNKIRCHEN. Anders als bei der Urwahl 1998 bleibt Hans-Dieter Dellwo beim Urnengang am 29. Oktober nicht ohne Gegenkandidaten. Richard Pestemer, Ortsbürgermeister von Neunkirchen, fordert den Amtsinhaber heraus.

"Ich kandidiere", bestätigte Richard Pestemer dem TV auf Anfrage. Der 60-jährige gebürtige Tetenhusener (bei Rendsburg) tritt gegen den dienstältesten Verbandsgemeinde (VG)-Bürgermeister im Kreis Bernkastel-Wittlich an, damit in der Kommune am Fuße des Erbeskopfs eine "andere Richtung eingeschlagen wird". Für überfällig hält der unbequeme FWG-Mann, der mit seinem Verhalten schon so manches Mal aneckte, den "Weg aus der Überschuldung der Verbandsgemeinde" und eine Energiewende in der Region. Dass der designierte FWG-Fraktionssprecher als Einzelkandidat antritt und nicht etwa von seiner Gruppierung aufs Schild gehoben wird, geschehe auf eigenen Wunsch. Dem freiberuflichen Journalisten und Übersetzer, der derzeit allerdings vor allem als ehrenamtlicher Ortsbürgermeister in der 150-Seelengemeinde Neunkirchen aktiv ist, ist die Basis als FWG-Kandidat zu schmal. Pestemer, der sich auf Kreisebene auch für die VBB (Vereinigung Bürger für Bürger) engagiert, war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, als er auf Kreisebene bei der Wahl in den Seniorenbeirat und im VG-Rat bei Nachwahlen in einen Ausschuss gescheitert war. Zuvor hatte er gemeinsam mit dem Neunkirchener Rat Klage gegen die aus seiner Sicht zu hohen Kreis- und VG-Umlagen eingereicht. Bei der Bürgermeisterwahl im Oktober werden die rund 6100 Wahlberechtigten sich also mindestens zwischen zwei Personen entscheiden müssen. Allerdings ist nicht zu erwarten, dass die im VG-Rat vertretenen Fraktionen einen weiteren Kandidaten ins Spiel bringen. CDU und SPD hatten sich bereits im Vorfeld auf Dellwo festgelegt (der TV berichtete). Auch die Liberalen schließen sich dieser Marschrichtung an. "Die FDP unterstützt den Amtsinhaber", machte Christel Wieck, Fraktionssprecherin der Liberalen im VG-Rat, auf Anfrage deutlich. Dellwo habe sich in der Vergangenheit stark für Thalfang und die Verbandsgemeinde eingesetzt. Auch die Zusammenarbeit zwischen den Liberalen und ihm habe gut funktioniert. Wieck: "Das soll so fortgeführt werden." Die Freien Wähler haben sich ebenfalls schon im Vorfeld festgelegt, keinen eigenen Mann zu präsentieren. Dass sich einer oder mehrere Kandidaten von außen bewerben, ist dennoch nicht ausgeschlossen. Sie müssen ihre Unterlagen bis zum 18. September, 18 Uhr, einreichen. Bei ihnen sind zudem - wie übrigens Pestemer auch - 60 Unterstützungsunterschriften notwendig. Dem parteilosen Amtsinhaber bleibt dies nach Angaben von Ulrike Malburg, bei der Verbandsgemeinde Thalfang leitende Sachbearbeiterin in Sachen Wahlen, erspart.