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Peter Geisenhainer will als neuer Schulleiter der Morbacher IGS das Ganztagsangebot verbessern und die Digitalisierung voranbringen.

Portrait : Von Thüringen in den Hunsrück

Peter Geisenhainer will als neuer Schulleiter der Morbacher IGS die Digitalisierung voranbringen.

Jetzt ist es offiziell: Peter Geisenhainer ist zum Schulleiter der Integrierten Gesamtschule Morbach (IGS) ernannt worden. Ein Jahr lang hat er nach dem Weggang seines Vorgängers Stefan Philippi im Vorjahr die Geschicke der Schule bereits kommissarisch geführt. Dabei wäre der gebürtige Thüringer fast nicht in Morbach gelandet. Denn nach seinem Referendariat an einer Erfurter Regelschule, einem Mix der früher hier üblichen Haupt- und Realschule, hatte sich der Lehrer für Physik und Technik wegen eines Einstellungsstopps in seinem heimischen Bundesland deutschlandweit beworben, so dass sich die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) aus Trier bei ihm meldete und ihm eine Stelle an der damaligen Morbacher Hauptschule anbot. Als er dann nach Morbach kam, um sich Ort und Schule anzusehen, hatte er sich eigentlich schon für ein Engagement an einer Schule in Niedersachsen entschieden. „Aber sie kennen ja den Herrn Mutsch“, lacht er über den stets äußerst engagiert agierenden früheren Rektor der Hauptschule Morbach, der ihn von  einem Wechsel in den Hunsrück überzeugen konnte.

Nach seinem Start an der Morbacher Hauptschule 1997 avancierte Geisenhainer 2004 nach der Pensionierung von Rektor Karl Mutsch und dessen Stellvertreter Winfried Seemann zum Konrektor der Hauptschule. 2009 nach Gründung der IGS übernahm er für ein Jahr die Funktion des pädagogischen Koordinators der Klassen fünf und sechs und wurde 2010 zum stellvertretenden Schulleiter der IGS Morbach ernannt. Als Schulleiter Philippi 2019 an eine andere Schule wechselte, war dem 48-Jährigen bei der Frage der Nachfolge schnell klar: „Das will ich machen.“ Wobei ihm bei der Entscheidung die Unterstützung des „jungen und engagierten“ Kollegiums – 80 Lehrer, Ganztagskräfte und Referendare unterrichten die 750 Schüler der Morbacher IGS – wichtig war. „Ich hätte mich nicht beworben, wenn das Kollegium nicht hinter mir stände.“

Worauf will Geisenhainer, der mit den Jahren seinem Faible für Mathematik nachgab und heute nur noch dieses Fach unterrichtet, künftig seine Schwerpunkte legen? „Zuerst will ich die Schule sicher durch die Corona-Krise bekommen“, sagt er. Pädagogisch will der verheiratete Schulleiter und Vater von zwei Kindern gemeinsam mit Lehrern, Schülern und Eltern an einer Verbesserung der Ganztagsschule arbeiten. „Ich hätte gerne mehr Projekte, weg von der reinen Aufbewahrung“, sagt er. „Ich stelle mir dabei auch mehr Vielfalt vor.“

Zudem sei die IGS unter Federführung des Lehrers Sebastian Kurz dabei, Schulpartnerschaften mit anderen europäischen Schulen zu gründen unter dem Programm Erasmus Plus+. Dabei geht es nicht nur um das Kennenlernen fremder Kulturen und der Frage, wie Kinder woanders lernen, sagt Geisenhainer. Auch Themen wie Müllvermeidung und Nachhaltigkeit können gemeinsam angepackt werden.

„Das geht auch digital“, sagt der neue Schulleiter. Was ihn zu seinem dritten Punkt bringt, der ihm am Herzen liegt, der Digitalisierung der Schule. Moodle als Lernplattform des Landes und BigBlueButton als Basis für Videokonferenzen, über die auch Fernunterricht möglich ist, stehen dabei auf dem Plan. „Erste Versuche haben gut geklappt“, ist seine vorläufige Bilanz. Dazu erhalten alle Schüler und Lehrer ein kostenloses Paket mit den üblichen Office-Programmen.