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Pfälzischer Erbfolgekrieg hat für die Bevölkerung im Hunsrück viel Leid gebracht

Pfälzischer Erbfolgekrieg hat für die Bevölkerung im Hunsrück viel Leid gebracht

Welche Auswirkungen hatte der Pfälzische Erbfolgekrieg auf den Hunsrück? Mit diesem Thema hat eine Vortragsreihe begonnen, mit der die Bewohner Morscheids und ihrer Nachbardörfer auf die 800-Jahr-Feier, die 2015 stattfindet, eingestimmt werden sollen.

Morscheid-Riedenburg. Geschichtliche Heimatkunde hat der Hoxeler Frank Arend im Morscheider Gemeindehaus vor 80 Zuhörern greifbar gemacht. Er sprach darüber, wie sich der Pfälzische Erbfolgekrieg von 1688 bis 1697 auf den Hunsrück ausgewirkt hat. Seinerzeit habe sich die Grenze zwischen Frankreich und Deutschland quer durch die Region gezogen. Die Lebensbedingungen für die Bevölkerung wären dabei katastrophal gewesen.
Wegen des Dreißigjährigen Krieges von 1618 bis 1648 sank die Bevölkerungszahl damals um zwei Drittel. Während der kleinen Eiszeit von 1675 bis 1715 hätten die Bewohner zudem unter fatalen Missernten leiden müssen.
Um ihre Herrschaftsansprüche zu sichern, errichteten Franzosen ab 1687 in Traben-Trarbach auf dem Mont Royal ein riesiges Heerlager. Auch Männer vom Balkan hätten beim Festungsbau mitanpacken müssen, berichtete Arend. 1689 wiederum wäre das Grenzgebiet im östlichen Hunsrück von Franzosen verwüstet worden, um deutsche Angriffe unmöglich zu machen. Städte wie Simmern, Kastellaun und Kirchberg seien dabei zerstört, Burgen wie Baldenau oder Hunolstein wären geschliffen worden.
"Durch die Zerstörungen ist auf dem Hunsrück kaum noch erhaltene Bausubstanz aus der Zeit von vor 1700 vorhanden", sagt Arend. Zudem existierten vom Geschehen im Hunsrück im Gegensatz zur Pfalz kaum Aufzeichnungen, sagt er. Der Hoxeler hat eine Verbindung von der damaligen Epoche "als Krieg der Normalzustand war", zur heutigen Zeit geschlagen. "Kriege sind in der Mitte Europas heute nicht mehr vorstellbar", sagt Arend.
Anlass für den Vortrag ist die 800-Jahr-Feier Morscheids im Jahr 2015. "Wir wollen die Leute auf das Jubiläum einstimmen", sagt der Wolzburger Armin Späder, der beim Ausarbeiten des Vortrags mitgeholfen hat. Wo kommen wir her? Wie war es früher? Für diese Fragen sollen die Bürger sensibilisiert werden, sagt Späder. Der nächste Vortrag, der im kommenden Jahr stattfinden soll, beschäftigt sich mit den Auswanderern vom Balkan. cst