Veranstaltung: Pferdefest kommt ohne Tiere aus

Veranstaltung : Pferdefest kommt ohne Tiere aus

Die große Bühne der Kultveranstaltung steht am Wochenende auf dem Campingplatz im Stadtteil Kues. Mit drei Schiffen geht es zum Festivalgelände.

Pferdefest in Bernkastel-Kues: Da reisen manche Freunde des Reitsports auf das Kueser Plateau, wo regelmäßig Turniere stattfinden. Doch seit elf Jahren gibt es in der Stadt auch ein Pferdefest bei dem viel geboten wird – nur keine Pferde. Vielleicht hat der eine oder andere Teilnehmer der meist jungen Leute schon einmal vor Freude gewiehert. Mit Vierbeinern hat ein solcher Gefühlsausbruch aber nichts zu tun. Eher mit den Bands und Artisten, die bei dem Festival auftreten. Nicht fern liegt die Vermutung, dass sich die meist schrill und bunt gekleideten Besucher auch ein bisschen selbst feiern.

Das Pferdefest, längst eine Kultveranstaltung, geht in diesem Jahr zum zwölften Mal über die Bühne. Und es entwickelt sich immer weiter. Aus einer Ein-Tages-Veranstaltung wird ein Event, das von Freitagabend bis Sonntagmorgen, 10. bis 12. August, dauert. Auch der Schauplatz ändert sich – und zwar zum wiederholten Mal. Der Verein für Kunst, Kultur und Inklusion hat den großen Campingplatz am Kueser Hafen gemietet. In den vergangenen Jahren diente der Platz vor der Jugendherberge oberhalb der Burg als Bühne.

Der wäre auch in diesem Jahr verfügbar gewesen. „Wir suchen aber immer wieder nach einer neuen Location“, sagt Roman Bastgen, einer der Organisatoren des Vereins. „Auf dem Campingplatz haben wir natürlich viel mehr Platz“, sagt er.

Mehrere Hundert Besucher hätten in den vergangenen Jahren schon dort übernachtet. Etwa 70 Prozent der Besucher kommen, so Bastgen, von außerhalb der Region. Nun können die Organisatoren alles und alle unter einen Hut bringen. Frühzeitig sei man mit der Stadt, Besitzer des Geländes, in Kontakt getreten. Und beim neuen Pächter des Platzes habe man offene Türen eingerannt. Schließlich bekommt der auch einen Teil des Erlöses. Und bei erwarteten 1600 Besuchern dürfte das auch nicht wenig sein. 1300 Karten zum Preis von 45 Euro (Programm inklusive Übernachtung) sind bereits verkauft.

Eines ändert sich durch den Wechsel des Schauplatzes: Der legendäre Umzug vom Marktplatz hoch zur Jugendherberge entfällt. Stattdessen zieht die Menge vom Marktplatz nur zum Moselufer, wo drei Schiffe, so genannte Pferdefestkreuzer, warten. Nach einer von DJs begleiteten Rundfahrt steuern sie das Festivalgelände an. Dort warten Bands, wie Le Gros Tube, Solisten, wie der legendäre Roy Silberschweif, und fast 20 Artisten. Für die wird sogar ein Zirkuszelt aufgestellt. Das Programm beginnt schon am Freitag um 18 Uhr. Es wird am Samstag ab 17 Uhr fortgesetzt.

Der gemeinnützige Verein für Kunst, Kultur und Inklusion besteht seit 2006 und umfasst etwa 145 Mitglieder. „Etwa 25 sind in die Organisation eingebunden. Etwa 100 werden am Wochenende helfen“, erläutert Romans Bastgen. Die Besonderheit: Die Gründer sind allesamt Freunde, die sich von der Schulzeit, meist auf dem Gymnasium in Bernkastel-Kues, kennen. Mittlerweile sind sie auf ganz Deutschland verteilt, kommen aber zum Pferdefest zurück. Roman Bastgen, angehender Jurist, lebt in Köln. „Ich will aber wieder an die Mosel“, erzählt er.

Und er beantwortet eine Frage, die immer wieder gestellt wird. Wieso trägt eine Veranstaltung ohne Pferde den Namen Pferdefest? Die Antwort in Kurzform: Als Bastgen und seine Freunde etwa 14 Jahre alt waren, sahen sie manchmal in Mülheim (Mosel) Punks – einmal sogar auf Pferden. Als dann die Namensgebung für das Fest anstand, erinnerten sie sich daran. Das Pferdefest war geboren.

Mehr von Volksfreund