Philipp Daus ist Bundessieger in der Karosserie- und Fahrzeugtechnik geworden.

Ausbildung : Bundessieger mit stimmigen Maßen

Philipp Daus ist der beste Karosserie- und Fahrzeugtechniker Deutschlands. Seine Ausbildung hat der Eifeler bei MAN Truck Modification in Wittlich absolviert.

Offen und ohne große Erwartungen ist der Wittlicher Philipp Daus nach Frankfurt gefahren, wo es beim Leistungswettbewerb des deutschen Handwerks darum ging, den besten Karosseriebauer auf Bundesebene zu ermitteln. Auf Landesebene hatte er bereits gewonnen (der TV berichtete). „Nervös war ich nicht. Ich habe das einfach auf mich zukommen lassen“, sagt er gelassen. Seine Aufgabe war es, einen Ausschnitt aus einem Unterfahrschutz zu bauen, was ihm bestens gelungen sei. Dabei waren die Sauberkeit der Ausführung, die Maßhaltigkeit, die Schweißnähte und die Schnittkante wichtige Kriterien, die er am besten von allen erfüllte. Im Betrieb und in seiner Familie sind alle darauf sehr stolz. Er selbst nahm das Ganze gelassen. „Natürlich ist das schön und eine Bestätigung. Aber für mich ist das kein Grund abzuheben“, sagt er bodenständig.

Bei seinem Vater, der einen Entsorgungsbetrieb hat, hat er bereits mit an den Maschinen geschraubt und gebaut. So kam er auf die Idee, den Beruf des Fahrzeugbaumechanikers zu lernen. In Wittlich bot sich dafür die Firma MAN an. Hier werden Fahrzeuge umgebaut, beispielsweise die Kabinen auf Lastwagen nach den Wünschen des Fahrers, Schiebetüren in Versorgungswagen, die in engen Straßen rangieren, oder Mannschaftskabinen in Feuerwehrautos. Werkleiter Carsten Gnad erklärt: „Alles, was am Fließband nicht geht, können wir machen. Wir können auch eine weitere Achse bei einem Drei-Achser anbringen, damit die Last sinnvoll verteilt ist.“

Bei der Ausbildung wird bei MAN Wert daraufgelegt, dass die Auszubildenden gleich in den Arbeitsalltag integriert werden. „Es gibt keine separate Lehrwerkstatt, wo die Auszubildenden unter sich sind, sondern sie sind gleich mit dabei, so lernen sie schnell selbstständiges Arbeiten, was wir auch verlangen“, so der Werksleiter. Das kann Philipp Daus bestätigen. „Ich konnte gleich an den Fahrzeugen mitarbeiten und auch selbstständig etwas bauen, was ich beispielsweise auf einem Lehrgang gesehen hatte.“ Die Grundkenntnisse, beispielsweise das Schweißen, eignen sie sich unter Anleitung so ebenfalls an. Ins kalte Wasser geworfen wurde er, als es um Zeichnungen ging, nach denen er etwas bauen sollte. „Die sind schon sehr komplex und man muss wissen, wie man sie lesen muss, sonst wird es schwierig“, sagt der Bundessieger.

Besonders liegen ihm der Metallbau und das Schweißen: „Da hatte ich beim Wettbewerb auch einen Bereich, den ich sehr gerne mache.“ Für die Firma MAN, in der jedes Jahr fünf Auszubildende starten –  drei in der Produktion, einer im Lager und einer in einem kaufmännischen Beruf – stellt regelmäßig Kammersieger auf regionaler Ebene. Dazu kommen zwei Landessieger und mit Philipp Daus ein Bundessieger. Einfach ist es aber auch für MAN in Wittlich nicht, geeignete Auszubildende zu finden. Deshalb werden regelmäßig Schulklassen eingeladen. Verantwortliche bieten Interessenten ein Praktikum an.

Richtig gefeiert hat Philipp Daus seinen Erfolg noch nicht. Das wird er wahrscheinlich bei der Weihnachtsfeier tun. Er wurde von MAN übernommen und möchte nach seiner erfolgreichen Ausbildung nun seinen Meister im Karosseriebau angehen.

Die offizielle Preisverleihung des Leistungswettbewerbs ist am 13. Dezember in Wiesbaden.