1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Photovoltaik: Rat reagiert auf Kritik

Photovoltaik: Rat reagiert auf Kritik

Für den Aufbau weiterer freistehender Photovoltaik-Anlagen in der Verbandsgemeinde Manderscheid wird ein Konzept erarbeitet. Der Verbandsgemeinderat reagiert damit auf die Kritik der Kreisverwaltung, die Entwicklung sei bislang unkontrolliert verlaufen.

Manderscheid. Wolfgang Schmitz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Manderscheid, hatte in der Vergangenheit bereits angekündigt, dass die VG-Verwaltung sich vor dem Hintergrund vielfacher Anfragen zum Aufbau freistehender Photovoltaik-Anlagen Gedanken machen müsse über eine geordnete Entwicklung.

Nun hat der Verbandsgemeinderat Manderscheid dieses Vorhaben umgesetzt. Konkreter Anlass: Die Kreisverwaltung hatte kritisiert, dass die Flächen mit Photovoltaik-Anlagen in der VG bislang recht unkontrolliert gewachsen seien. Sie hat eine Gesamtkonzeption gefordert, die der Rat nun einstimmig beschlossen hat.

Das Planungsbüro "Karnatz-Bock und Hower" wird für die Verbandsgemeinde Manderscheid bis Ende November ein Grobkonzept entwerfen für die Bereiche, auf denen keine Freiland-Photovoltaikanlagen aufgestellt werden können. In weiteren Schritten sollen die Ortsbürgermeister und die Landwirtschaftskammer bei der Suche nach nutzbaren Flächen beteiligt werden.

Ortschef fordert: Gemeinden nicht zu stark einschränken



Die frühzeitige Beteiligung der Ortsbürgermeister war zentrale Forderung der Gemeindechefs, die sich in der nicht sonderlich kontroversen Diskussion im Verbandsgemeinderat als wichtiger Punkt herauskristallisiert hatte.

Jörg Klein, Ortsbürgermeister von Schwarzenborn, hatte gefordert, der Verbandsgemeinderat solle den Willen der Ortsgemeinden nicht "übersteuern". Für viele Kommunen sei die Verpachtung von Flächen für Photovoltaik-Aanlagen einzige Möglichkeit, sich eine Einnahmequelle zu erschließen.

Andere Gemeindechefs wie Erhard Rosenbaum aus Oberscheidweiler schlossen sich dem an. Rosenbaum betonte jedoch genauso wie Ratsmitglied Harald Schmitz von der WG Zens, dass es nötig sei, den Wildwuchs der Anlagen zu verhindern.

Schmitz: Auswirkungen auf viele Bereiche



Die Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD signalisierten Verständnis für die Forderungen der Ortsgemeinden. Generell waren sich die Redner einig, dass vor dem Hintergrund sinkender Einspeisevergütungen schnell gehandelt werden müsse. Bürgermeister Schmitz betonte, dass die Photovoltaik-Anlagen Auswirkungen auf viele Bereiche hätten, wie Landwirtschaft, Landschaftsbild und Tourismus.

Meinung

Ein guter Schritt

Ein Konzept für die Entwicklung von Freiland-Photovoltaikanlagen in der gesamten Verbandsgemeinde zu erstellen, ist ein guter, ein überfälliger Schritt. Es macht keinen Sinn, die Verwaltungsmaschinerie für jeden einzelnen Standort anzuwerfen. Die Situation einmal zu überprüfen vereinfacht das Vorgehen für Verwaltung und Investoren. Zudem ist die Belastung des Landschaftsbildes oder auch der Wegfall von landwirtschaftlichen Flächen eigentlich nur im Gesamtzusammenhang zu beurteilen. Gerade auch imHinblick auf den Tourismus tut sich Manderscheid mit diesem Konzept einen großen Gefallen. m.maier@volksfreund.deExtra 60 Fußballplätze Aktuell ist eine Fläche von 46 Hektar in der VG Manderscheid für Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen reserviert. Das entspricht 60 Fußballplätzen. Die bestehende Anlage bei Hasborn ist rund 20 Hektar groß. In Niederöfflingen sind weitere 26 Hektar für Solarenergie verplant, nachdem der VG-Rat aktuell einer Ausweisung für eine Sonderbaufläche von 16 Hektar zugestimmt hat. (mai)Hintergrund Rechtliche Regelung Derzeit ist es so, dass für eine Photovoltaik-Anlage, die im Gegensatz zu einer Biogasanlage nicht privilegiert ist, ein Bebauungsplan von der Ortsgemeinde aufgestellt werden muss. Bei jedem Bebauungsplan werden die Träger öffentlicher Belange - das sind bis zu 40 Stellen - beteiligt. Jedes Mal muss dann laut Joachim Sautter vom Büro "Karnatz-Bock und Hower" der Blick auf das große Ganze gerichtet werden. Bei einem Gesamtkonzept findet diese Abstimmung, die insbesondere mit der Kreisverwaltung, der Regionalen Planungsgemeinschaft und der Landwirtschaftskammer erfolgt, gebündelt statt. Laut Sautter bestehen die größten Konfliktpotenziale im Fall der freistehenden Photovoltaik-Anlagen mit der Landwirtschaft und dem Natur- beziehungsweise Landschaftsschutz. (mai)