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Picknick mit Joey Kelly an der Wallfahrtskirche Klausen

Veranstaltung : Auf ein Picknick mit Joey Kelly

Zum Auftakt der Veranstaltungen an der Wallfahrtskirche hat Joey Kelly von seinen Abenteuern berichtet. 165 Besucher konnten ihrem Star unter freiem Himmel ganz nah sein.

Er ist ein Wiederholungstäter: Joey Kelly, der mit seiner Familie 20 Millionen Platten verkauft hat, ist innerhalb von 14 Monaten zum zweiten Mal in Klausen zu Gast. Zum Singen ist er nicht gekommen, sondern er erzählt von seinen extremen Touren rund um die Welt. Den Fans, die aus der näheren Umgebung, aber auch von weiter her, beispielsweise aus Koblenz gekommen sind, macht das nichts aus, denn hier auf dem Spiel- und Grillplatz neben der Park­anlage können sie Joey Kelly ganz entspannt ganz nah sein. Auf Picknickdecken haben sie es sich gemütlich gemacht. Es wird mit einem Gläschen Sekt angestoßen, andere haben ein Bier dabei, Knabbersachen und auch Herzhaftes. Im Hintergrund läuft Musik von Sting. Wie im Kino wird vor dem Vortrag noch Eis angeboten. Spannend wird es, als der Star auf die Bühne tritt. Er scheint keinerlei Allüren zu haben, sondern zu genießen, dass 165 Besucher ihm aufmerksam zuhören.

So berichtet Kelly von seiner Tour im vergangenen Jahr, die er gemeinsam mit seinem Sohn Luke unternommen hat. Am 17. Juli startete er von Berlin aus mit einem mehr als 50 Jahre alten VW Bulli in Richtung Peking: 11 000 Kilometer in   44 Tagen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 63 Stundenkilometern. Denn sie mussten Benzin sparen, weil der Tank des Autos nur 40 Liter fasst. In den ersten Wochen hatten Vater und Sohn sehr viele Pannen, die mit Problemen der Lichtmaschine und dem dahinterliegenden Lüfter zusammenhingen. Er sagt: „Wir haben so nette Menschen kennengelernt, die uns geholfen haben. Gefühlt haben von zehn Menschen, die da waren, zwölf geholfen. Das war beeindruckend.“

Wie bei vielen seiner Touren sind die beiden Kellys mit null Cent losgefahren. Bei ihrer Abfahrt hatten Fans ihnen noch Proviant, unter anderem Dosenravioli, mitgegeben. Dabei hatten sie jede Menge CDs von ihrer eigenen Familie, die man sogar in der Mongolei kennt, aber auch von der Band Rammstein, die in Russland sehr beliebt ist. Auch Werbematerial wie T-Shirts, Schmuck und Kuscheltiere haben ihnen geholfen. Damit konnten sie sich bedanken oder sie in Lebensmittel umtauschen. Unter anderem bei den Frauen, die in Russland Lebensmittel am Straßenrand verkauften oder in der Mongolei, als sie bei einer Familie zum Essen eingeladen waren.

Über Polen, Litauen, Lettland, Estland, Finnland, Russland, durch Sibirien und die Mongolei sind sie schließlich in China und Peking angekommen. „Die Reise war aber auch sehr gut vorbereitet“, sagte Kelly. Er habe beispielsweise, um in China Auto fahren zu dürfen, einen chinesischen Führerschein, TÜV und Kennzeichen gebraucht. „Ohne ein gutes Team geht da nichts, auch nicht bei meinen anderen Touren“, betonte er. Wie sehr er Teamarbeit schätzt, zeigte er, als er im vergangenen Jahr nach seinem Auftritt das gesamte Team der Wallfahrtskirche zu einem Konzert der Kelly Family nach Trier eingeladen hat.

Die Möglichkeiten, solche Abenteuer zu erleben, sieht Kelly als Lebensqualität an, die er seiner Familie, insbesondere seinen Eltern verdankt. Auf dem Plan für dieses Jahr steht ab dem 21. Juli „das grüne Band“, die innerdeutsche Grenze, die er entlanglaufen will. Das sind 1400 Kilometer durch 150 Naturschutzgebiete.

Viel Zeit nahm sich Joey Kelly nach der Lesung in Klausen für seine Fans, denen er Autogramme schrieb, Bücher signierte und Kelly-CDs schenkte.

Das Buch zur Reise, „Bulli Challenge“ von Berlin bis Peking, von Joey und Luke Kelly ist bei National Geographic erschienen, kostet als gebundenes Buch 29,99 Euro und hat 240 Seiten.