Piesporter Sportler können jetzt Flagge zeigen

Mit 140 000 Euro Selbstbeteiligung und einer Muskelhypothek von 5000 ehrenamtlichen Stunden haben Piesporter Sportbegeisterte dazu beigetragen, dass sich ihr Traum von einer "neuen" Sportanlage erfüllt. Entsprechend groß fällt das Lob bei der Einweihungsfeier aus.

Großer Bahnhof bei der Einweihung des Piesporter Kunstrasenplatzes mit Kurzstreckenlaufbahn, Bolzplatz und Beachvolleyballfeld. Unter den Ehrengästen Walter Desch, Präsident des Fußballverbandes Rheinland, und Staatssekretär Roger Lewentz (Vierter und Fünfter von links). TV-Foto: Ursula Schmieder

Piesport. Die generalsanierte Piesporter Sportanlage ist formell ihrer Bestimmung übergeben. Den professionellen Anstoß haben für den Sportverein "Mosella Niederemmel" Altstars der "Bundesliga Globetrotters" übernommen. Nach dem Einweihungsturnier segnete Pfarrer Matthias Biegel die Anlage mit Kunstrasenplatz, Kurzstreckenlaufbahn, Bolzplatz und Beachvolleyballfeld ein. Für den Ort ist das doppelt bedeutsam. Denn in der fast 90-jährigen Geschichte des Vereins hat es nach Überzeugung von Insidern zuvor noch nie einen Gottesdienst auf einer Piesporter Sportanlage gegeben.

Im Anschluss an den kirchlichen Segen überbieten sich zahlreiche Festredner mit Lobesworten. "Diese Anlage ist einem Bezirksligisten wirklich angemessen", spannt Staatssekretär Roger Lewentz den Bogen zum Aufstieg des Vereins in die Bezirksliga. Ausschlaggebend für die Unterstützung des Landes sei das Engagement der Vereine, die mit ihrer Jugendarbeit eine wichtige Grundlage bildeten. Projekte wie dieses bedeuteten für einen Ort Zukunft. Von einer "tollen Leistung" der Piesporter Sportler spricht Landrätin Beate Läsch-Weber: "Wir alle haben ihnen etwas gegeben - und sie haben sich selbst etwas gegeben." Der Breitensport sei das, wofür der Verband stehe, würdigt auch Walter Desch, Präsident des Fußballverbandes Rheinland, das vor Ort bewiesene Leistungsvermögen. Derart tatkräftig anzupacken ist für den Spielkreisvorsitzenden Walter Kirsten schon beachtlich. Abschließend zollt Günter Wagner, Vizevorsitzender des Sportkreises Bernkastel-Wittlich, den Vätern der "herrlichen Sportanlage" Respekt. Es sei schon viel Engagement erforderlich, eine solche Multifunktionsanlage hinzubekommen.

Dabei hatte am Anfang lediglich die Hoffnung gestanden, wie Sportvereinsvorsitzender Andreas Zachara in Erinnerung ruft. "Anfangs war es ein Traum - doch wie man sieht, können Träume in Erfüllung gehen." Vier Jahre hätten sich die Piesporter Sportbegeisterten gedulden müssen. Als sie dann endlich loslegen konnten, mangelte es daher nicht an Enthusiasmus. 75 Helfer im Alter von sechs bis 72 Jahren haben laut Zachara auf dem Platz mehr als 5000 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet. "Dieses Projekt hat den SV wieder fest zusammengeschweißt", bilanziert er: "Mit Zusammenhalt und Miteinander kann man viel erreichen". Einem Helfer gebühre allerdings besonderer Dank, würdigt er die Leistung von Sascha Lenhardt, der als Ingenieur die Planung unentgeltlich übernommen hat.

Mit dem Platz gehe für die Mosella ein Traum in Erfüllung, ist sich auch Karl Heinz Knodt, Ortsbürgermeister des Bauherrn Piesport, der Bedeutung für den Verein bewusst. Für das 700 000 Euro teure Projekt habe der Vorstand "alle seine Mitglieder in vorbildlicher Weise mobilisiert". Außerdem habe der Verein gut 140 000 Euro - teils in bar, teils in Eigenleistung - beigesteuert. "Für diese Leistung meine Hochachtung", betont Knodt. Ohne die Unterstützung des Landes, das sich mit 280 000 Euro aus dem Goldenen Plan beteiligt habe, sowie den 70 000 Euro des Kreises wäre der Sportplatzbau laut Knodt allerdings "ein Traum geblieben". Und das trotz der hohen Beteiligung der Gemeinde, die selbst mit immerhin 220 000 Euro dabei ist.