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Pilzkrankeiten im Weinberg: Lage spitzt sich zu

Pilzkrankeiten im Weinberg: Lage spitzt sich zu

Die Rebblüte ist weitestgehend abgeschlossen. Das freut die Winzer. Doch Sorgen bereiten die Rebkrankheiten wie Peronospora und Roter Brenner. Pflanzenschutzberater sprechen bereits von einem "sehr schwierigen Rebschutzjahr".

Bernkastel-Kues. (sim) Außergewöhnlich schnell sind die Rebtriebe seit dem Austrieb Mitte April in den vergangenen Wochen gewachsen. Das führte zu einer frühen Blüte.

In den guten Lagen ist die Blüte bereits "durch", in geringeren Randlagen neigt sie sich dem Ende zu. Ebenso schnell konnten sich aber auch die gefährlichen Pilzkrankheiten entwickeln, vor allem dort, wo die Winzer zu spät oder in einem zu großen Zeitabstand gespritzt haben. In einigen Weinbergen sind bereits gravierende Schäden zu beobachten.

Vor allem die Pilzkrankheit Peronospora (Falscher Mehltau) hat zahlreiche Rebflächen befallen. Die Winzer müssen daher zurzeit mit Hochdruck mit Pflanzenschutzmitteln gegen die sich rasant schnell ausbreitenden Pilzkrankheiten vorgehen.

Pflanzenschutzberater Franz-Josef Treis vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel sagt: "Die Lage bei der Peronospora hat sich zugespitzt." Nicht nur Blätter seien befallen, vereinzelt sogar die Träubchen. Treis rät, die Termine zwischen den einzelnen Spritzungen möglichst kurz zu halten, damit weitere Infektionen vermieden werden.

Auch die Pilzkrankheit "Roter Brenner" ist in diesem Jahr wieder ein Problem. Diese Pilzkrankheit tritt häufig in warmen Hang- und Steillagen auf.

Betroffen sind vor allem Weinberge, wo die erste Spritzung nach dem Rebenaustrieb zu lange hinausgezögert wurde.

Die befallenen Blätter weisen versengt erscheinende Flecken auf, daher der Name "Roter Brenner".

In einzelnen Weinbergen der Rebsorte Müller-Thurgau ist auch die sogenannte "Schlechtwetter-Chlorose" aufgetreten. Ursache dafür ist Eisenmangel. Bei Eisenmangel ist die Bildung des Blattgrüns (Chlorophyll) beeinträchtigt. Deshalb werden die Blätter zunächst gelblich ("Gelbsucht").

Diese Symptome können bei anhaltend trockenem Wetter wieder verschwinden.