Planer fordern Verlängerung der Spange

Planer fordern Verlängerung der Spange

Für die Planer des Büros Modus Consult steht fest: Der Bau der Verbindungsspange zwischen dem Industriegebiet Wengerohr und Bombogen sollte nicht an der L 55 enden, weil sonst der Durchgangsverkehr in Bombogen um 38 Prozent zunimmt.

Wittlich. Für die vom Verkehr geplagten Wengerohrer ist die Situation ein wenig absurd. Erst wird ein Großteil des früher durch den Stadtteil rauschenden Verkehrs über die Ortsumgehung geleitet. Und kaum werden die Pläne für die sogenannte Spange konkreter, die als Verlängerung der Dr.-Oetker-Straße vom Industriegebiet bis zum Ortsausgang Bombogen führen soll, droht wieder mehr Verkehr.
Nach Auskunft von Jan Mußweiler, Sprecher der Stadtverwaltung Wittlich, ist die Planung für die Verbindungsspange weitgehend fertiggestellt. Diese ist laut Mußweiler Grundlage für die Schaffung des Baurechts über einen Bebauungsplan, sagt er. Die Stadt rechnet mit Kosten von mindestens einer Million Euro für die rund 1000 Meter lange Strecke.
Das Büro Modus Consult hat auch gerechnet. Und zwar im Auftrag der Stadt Wittlich. Die Experten haben in ihrem bisher der Öffentlichkeit nicht vorgestellten Gutachten "Verkehrsmodell Raum Wittlich Fortschreibung 2011" eine Prognose über die künftigen Verkehrsbelastungen abgegeben.
Sie kommen zum Schluss, dass der Verkehr in der Ortsdurchfahrt Bombogen bis zum Jahr 2025 um knapp 38 Prozent steigt, wenn die Spange gebaut wird. Ohne Spange sind es laut Modus Consult 3450 PKW und LKW, die durch den Stadtteil fahren. Mit Spange sollen es 4760 sein. Entlastet wird in diesem Fall hingegen die L 54 zwischen Wengerohr und Neuerburg sowie die B 49 östlich von Neuerburg.
Bessere Werte für Bombogen ergeben sich, wenn die Spange vom Ortsausgang Richtung Neuerburg zur B 49 weitergeführt wird. Das ist das Ergebnis des sogenannten Prognose-Planfalls, der im Gutachten auf mehreren Seiten beschrieben wird. Diese Verlängerung der Spange wird jedoch wohl Zukunftsmusik bleiben. Der Bau dieser Straße wird laut Stadtverwaltung "aus baurechtlichen und landespflegerischen Gründen nicht möglich sein."
Fragt sich, was die Stadt und die Bombogener gegen die Zunahme des Verkehrs machen können. Auch darauf geben die Verkehrsplaner eine Antwort. Sie haben sich Gedanken darüber gemacht, wie einer Verlagerung des Verkehrs von Wengerohr auf die Ortsdurchfahrt von Bombogen im Zuge der L 55 aufgrund der neuen Verbindungsspange entgegengewirkt werden kann. Sie fordern "restriktive Maßnahmen wie beispielsweise Geschwindigkeitsbeschränkungen oder andere verkehrsberuhigende Maßnahmen in der Ortsdurchfahrt von Bombogen".

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