Planung für neuen Kindergarten steht
Berglicht/Heidenburg · Der Träger der Kindertagesstätte Berglicht hat einstimmig die Pläne für einen 1,5 Millionen Euro teuren Neubau beschlossen. Im Nachbarort Heidenburg wird das kritisch gesehen.
Es geht voran mit dem geplanten Kindergarten-Neubau. Im Bild die beteiligten Ortsbürgermeister (von links): Harald Prümm (Schönberg) mit Kita-Leiterin Gabi Braunshausen, Richard Pestemer (Neunkirchen), Günter Klassen (Breit), Gabriele Schleimer (Büdlich) sowie Bürgermeister Marc Hüllenkremer, Gerhard Oberweis (Berglicht) und Planer René Simon (rechts) vom gleichnamigen Architekturbüro in Bernkastel-Kues. TV-Foto: Ursula Schmieder
Berglicht/Heidenburg. Es ist bemerkenswert, wenn ein knapp 1,5 Millionen Euro teures Projekt binnen weniger Minuten unter Dach und Fach ist. Vor allem nach jahrelangen Debatten wie um den Berglichter Kindergarten (siehe Extra). Doch nun hat der Träger, der Zweckverband Kita Berglicht, den von Architekt René Simon erarbeiteten Neubau-Plan abgesegnet. Für die beteiligten Ortsgemeinden sprachen sich alle Bürgermeister dafür aus. Noch diesen Monat wird Fördergeld beantragt. Mit dem Landesjugendamt und der Kreisverwaltung sei schon gesprochen worden. Berglichts Ortsbürgermeister Gerhard Oberweis: "Die stehen hinter dieser Planung."
Konzipiert ist die Kita für 55 Kinder, davon 20 unter drei Jahren. Geplant sind drei Gruppen-, ein Turn- und Mehrzweckraum sowie Schlaf-, Wickel- und Nebenräume. Vor dem Eingang sind Unterstände für Kinderwagen vorgesehen, hinter dem Haus ein großes Spielgelände.
Derzeit besuchen etwa 40 Kinder das Haus - 30 davon ganztags. Die Plätze sind laut Leiterin Gabi Braunshausen immer belegt. Der Bedarf sei da. Ebenso wie der für Plätze für Einjährige, die es in der Kita nicht gebe. Sie kann nur sechs Zweijährige aufnehmen, weshalb schon Kinder anderorts angemeldet wurden.
Außerhalb des Dorfes wird aber auch kritisch gesehen, dass ungeachtet des allgemeinen Bevölkerungsrückgangs ein neuer Kindergarten gebaut wird. Ein Bürger spricht von einer "irrsinnigen Situation". Während in Berglicht geplant werde, drohe der vor etwa 20 Jahren im Nachbarort Heidenburg gebauten Kita das Aus.
Ganz so dramatisch stellt sich die Situation dort nicht. Die von etwa 15 Kindern besuchte Einrichtung ist aber von einer Zwei- auf eine Ein-Gruppen-Kita zurückgestuft worden. Daraus resultiert eine Reduzierung des Personals, wie auch Monate zuvor in Berglicht. Angesichts der Neuanmeldungen - auch von außerhalb - ist Heidenburgs Ortsbürgermeister Hans-Joachim Timm aber zuversichtlich. Zumal die Kita vielleicht schon in wenigen Monaten auch Einjährige betreuen darf. Die erforderlichen baulichen Veränderungen seien überschaubar - anders als in Berglicht und den beiden Thalfanger Kitas, wo ebenfalls viel investiert worden sei.
Details sollen laut Timm Ende Februar in der Kreisverwaltung besprochen werden. Ein Angebot von Berglicht, wie schon vor gut 20 Jahren erneut dem Zweckverband mit dann zwei Kitas beizutreten, habe der Gemeinderat Heidenburg abgelehnt. Timm: "Er sieht da im Moment keinen Vorteil." urs
Extra
Erste Überlegungen, den Kindergarten Berglicht zu sanieren, zu modernisieren und für Einjährige auszubauen, liegen fast acht Jahre zurück. Es wurden verschiedene Varianten erarbeitet und wieder verworfen (der TV berichtete mehrfach). Die Mitglieder des Trägers, eines Zweckverbandes von fünf Dörfern, wurden sich nicht einig, wie und in welchem Umfang modernisiert werden sollte. Eine Riesenhürde waren die für Umbau und Erweiterung kalkulierten 1,5 Millionen Euro. Im Oktober 2013 beschloss der Träger einstimmig, am Ortsrand von Berglicht ein neues Gebäude in Holzständerbauweise zu errichten. Die Investitionssumme verteilt sich auf die Mitglieder nach einem seit Jahren festgelegten Schlüssel: Berglicht trägt 67,5 Prozent der Kosten, Breit 10, Schönberg 8,4, Neunkirchen 7,5 und Büdlich 6,6 Prozent. urs