Platt und "Muddersprooch" leben

Ausgebuchte Festhalle in Mülheim, bestens aufgelegte Akteure und ein Publikum, das Riesenspaß hatte - die Auftaktveranstaltung der 20. Auflage der Moselfränkischen Mundarttage 2008/09, die zusammen mit dem zehnjährigen Jubiläum der SWR4-Mundart-Tournee gefeiert wurde, war ein voller Erfolg. Rund 220 Besucher verfolgten fast vier Stunden lang mit sichtlicher Heiterkeit einen Abend reich an "Musik, Sprooch un Wein".

Mülheim. (mbl) "Wir sind restlos ausgebucht", bemerkte freudig Hans A. Sachsenröder, Leiter der Mittelmoseltouristik, über die hohe Besucherzahl in der Mül heimer Festhalle. Gute Laune herrschte vor in herbstlicher Umgebung: sowohl Mitwirkende als auch Publikum fühlten sich "wie dahäm". Musik, Gesang und Mundart waren die Welt, in der sich die hervorragenden Akteure bewegten. Mit dabei die sympathischen Winzergesellen der vierköpfigen Gruppe "Wengert Stompers" mit ihren Weinbergs-Musik-Geräten, dem Duo Martin Weller und Wolfgang Wehner, den unvorhergesehene Saitenrisse nicht aus dem Takt brachten, sowie die quirligen "Lempes Pläerza" mit ihren Songs in Roochta Platt.

Den Übergang zwischen den einzelnen Darbietungen schufen mit viel bodenständigem Humor und in beeindruckender, genussvoller "Muddersprooch" das Winzer-Triumvirat Alex Licht, Christian Steinmetz und Christoph Licht. Es war eine Lust, den drei "Naturburschen" zuzuhören, die Wahrheiten und Anekdötchen, Witziges und Kritisches zum besten gaben.

Einer durfte an diesem Abend auch nicht fehlen: Peter Knüpper. Nach der Begrüßung durch den ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, Leo Wächter, hatten der gebürtige Mayener und der Trierer SWR-Studioleiter Gerald Keßler zunächst das Wort. Denn Knüpper hob 1988 als damaliger Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues zusammen mit Marie-Louise Borm die Mundarttage aus der Taufe. Schnell hatte die Idee Kreise gezogen, die VGs Kröv-Bausendorf, Neumagen-Dhron und Traben-Trarbach kamen hinzu und die Mundarttage nahmen einen sehr erfolgreichen Lauf, der seit zehn Jahren von SWR4 begleitet wird und bis heute die Besucher begeistert. Es ist die Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten der lebendigen "Muddersprooch", die immer wieder aufs neue beeindruckt. Und es ist erfreulich, wenn Alex Licht bei der Publikumsumfrage in Mülheim erfährt, dass "Platt" lebt, gesprochen und auch verstanden wird.

Eine Broschüre, erhältlich in den Moselgästezentren, gibt Überblick über die folgenden Veranstaltungen an verschiedenen Orten.