Plötzlich wird es dunkel und still

Plötzlich wird es dunkel und still

BERNKASTEL-KUES. Vieles hat gestimmt beim Weinfest der Mittelmosel. Manche Kritik ist bei den Organisatoren auf offenen Ohren gestoßen. Die Verantwortlichen kritisieren aber auch manche Vorkommnisse.

Nach der Veranstaltung ist vor der Veranstaltung: Dieser Spruch gilt auch für das Weinfest der Mittelmosel. Kaum ist es vorbei, da blicken die Organisatoren bereits ein Jahr voraus. Die Fäden laufen im Mosel-Gäste-Zentrum zusammen. Dessen Leiterin, Sylvia Westermann, ist Herrin über das Weinfest. Unterstützung bei der Zusammenstellung des Musikprogramm und der Premierenmusik zum Feuerwerk bekam sie dieses Jahr von Hermann Lewen (Kultur & Kur GmbH). Da diese Organisation Anfang 2007 in die Stadt übergeht (der TV berichtete), werden die beiden wohl auch in Zukunft das größte Weinfest der Region managen. Beide ziehen ein positives Fazit des diesjährigen Festes. Da das Wetter mitspielte, kamen nach Schätzungen der Polizei allein am Weinfestsamstag und -sonntag zirka 170 000 Besucher in die Stadt und feierten eine große friedliche Party. Dass auch Kritik laut wird, bleibt nicht aus. Viele Besucher vermissten beim Feuerwerk den traditionellen Wasserfall, der die Burg Landshut in rotes Licht taucht. Auch Westermann und Lewen waren überrascht. "Er gehört einfach dazu", sagt Sylvia Westermann. Das neue Konzept, mit der auf das Feuerwerk abgestimmten Musik, habe den Feuerwerker aber offensichtlich bewogen, den Wasserfall wegzulassen. Der Wasserfall wird im kommenden Jahr wiederkehren genauso wie die musikalische Begleitung. "Wir werden aber den Ton näher ans Feuerwerk rücken", verspricht Hermann Lewen. Damit soll das Zusammenspiel zwischen Musik und Feuerwerk verbessert werden. Aber auch dann wird es Grenzen für die Akustik geben. Etwas Ähnliches wie die zwischendurch eingespielte Radioreportage der deutschen WM-Tore wird nicht mehr auftauchen. "Das ist nicht rübergekommen", gesteht Hermann Lewen ein. Ein Sorgenkind ist der Sonntagabend. Da spielt sich auf der Weinstraße nicht allzu viel ab. Es gibt bereits Überlegungen, das zu ändern: zum Beispiel mit einem mittelalterlichen Gelage und/oder einer Nacht der Straßenmusik mit Licht und Feuer (Wein in Flammen). Die Umsetzung hängt davon ab, ob die Stadt oder vielleicht Sponsoren den Geldbeutel öffnen. Lewen schlägt zudem vor, den Karlsbader Platz mit einem Tanzboden zu versehen. "Die Leute, auch viele Jugendliche, wollen wieder tanzen", sagt er. Für einen Abend könne eine Tanzband engagiert werden. Zur Aufwertung des Marktplatzes ist daran gedacht, ihn auszuleuchten beziehungsweise bestimmte Gebäude anzustrahlen Die bengalische Beleuchtung beim Mosella-Empfang wird es nicht mehr geben. Das abendliche Musikprogramm auf dem Marktplatz und dem Karlsbader Platz kam gut an. Kritik taucht aber auch hier immer wieder auf, hält sich aber in Grenzen. Zur Musik gehört eine gewisse Lautstärke. Bei einer Rock-Band ist sie sicher lauter als bei einem Chor. Dass bei der Dschungel-Revival-Party auf dem Karlsbader Platz plötzlich alles dunkel und still wurde, weil jemand den Stecker aus der Steckdose gezogen hatte, macht Westermann und Lewen aber wütend. Westermann denkt über eine Strafanzeige nach. Beide gehen davon aus, dass ein Anwohner den Stecker rausgezogen hat. Den Anwohnern sei zwar in diesem Jahr durch das Public Viewing bei der WM mehr zugemutet worden als üblich. "Die umliegenden Geschäftsleute profitieren aber das ganze Jahr über von dem Platz. Der Platz ist mit Steuermitteln gebaut worden. Da muss man an den Weinfesttagen eine gewisse Toleranz erwarten dürfen", sagen die beiden.