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Politiker zur Corna-Politik: Lob für Kitas, Home-Schooling am Limit

Corona : Lob für Kitas, Hilfen für Wirtschaft, Home-Schooling am Limit

So bewerten Landrat Gregor Eibes und die Bürgermeister im Kreis Bernkastel-Wittlich die neuen Linien der Corona-Politik des Landes.

An den Grundschulen soll es bald Wechselunterricht geben, die Kitas bleiben grundsätzlich auf, es sollen mehr FFP2-Masken getragen werden: Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat am Mittwochnachmittag die neuen Linien der rheinland-pfälzischen Corona-Pandemiepolitik bekannt gegeben. Wie reagieren die Politiker im Landkreis darauf? Der TV hat nachgefragt.

Leo Wächter, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, sieht die Regelungen der Landesregierung generell positiv. Der Wechselunterricht ab 1. Februar in den Grundschulen in Verbindung mit Nachhilfeangeboten sei wichtig. Allerdings bleibe durch die neuen Mutationen eine gewisse Ungewissheit, weshalb Wächter den Einsatz von FFP2-Masken im öffentlichen Bereich wichtig findet. Was die Unterstützungsleistungen für die Wirtschaft betrifft, mahnt Wächter Eile an: „Ich bemerke zunehmende Unruhe bei den kleinen und mittelständischen Betrieben. Diese müssen schnell wieder Liquidität erhalten.“ Auch das Impfprogramm müsse schneller werden, um auch Risikogruppen wie die Beschäftigten in Schulen und Kitas zu schützen, vor allem in Hinblick auf die Mutationen des Virus, die offenbar das Ansteckungsrisiko erhöhen.

Die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Thalfang, Vera Höfner, erinnert daran, dass man bei allen Corona-Maßnahmen versuchen sollte, die Interessen auszugleichen. Nun komme es darauf an, wie die Verordnungen ausgestaltet werden.

Dennis Junk, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wittlich-Land sagt: „Die Kitas bleiben ja auch ,formal’ offen. Weitere Schulschließungen sehe ich kritisch, man müsste dann auch über Änderungen bei den Ferien sprechen.“ Aus seiner Sicht sei Wechselunterricht in den Grundschulen dringend geboten, da Home-Schooling nicht den Präsenzunterricht ersetzen könne, manche Kinder würden in bestimmten Fächern eben nicht so gut klarkommen, sie seien auf die Hilfe von Pädagogen angewiesen. „Wir haben im ländlichen Raum leerstehende Bürgerhallen, die man schon lange für Unterricht mit Abstand hätte nutzen können“, sagt Junk. Man müsse jetzt Zuversicht in die Diskussion bringen, um die Kraft zu haben, mit dem Virus umzugehen.

Joachim Rodenkirch, Bürgermeister von Wittlich, bemerkt zur Aufrechterhaltung des Kita-Angebots: „Ich appelliere eindringlich an die Eltern, mit diesem Angebot sehr verantwortungsbewusst umzugehen und die Betreuung auch tatsächlich nur dann in Anspruch zu nehmen, wenn es wirklich notwendig ist, damit das bisher sehr gut funktionierende Hygienekonzept in den Kitas nicht überlastet wird und in der Folge die komplette Schließung der Einrichtungen droht.“ Zudem lobt Rodenkirch den Einsatz der Erzieherinnen und Erzieher, die „unermüdlich und selbstlos jeden Tag erneut den Betrieb der städtischen Kitas unter erschwerten Bedingungen sicherstellen.

Marcus Heintel, Bürgermeister der VG Traben-Trarbach, sagt: „Gut ist auf jeden Fall, dass das Kinderkrankengeld auch bei dem eingeschränkten Kita- und Schulbetrieb in Anspruch genommen wird und nicht nur dann, wenn es die definitive Schließung gegeben hätte. Damit kann die Verlängerung der Aufhebung der Präsenzpflicht an Schulen bis zum 14. Februar und der eingeschränkte Notbetrieb der Kitas bei manchen Familien besser aufgefangen werden, um somit zur Kontaktvermeidung beizutragen.“

Andreas Hackethal, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Morbach, bemerkt, dass man die Verlängerung des Lockdowns ohnehin erwartet habe. Das sei besonders für Betriebe und Familien eine große Herausforderung. Hackethal: „Die Politik muss die Einschränkungen jetzt mit geeigneten Hilfsmaßnahmen flankieren.“

Wichtig seien nun rechtskräftige Verordnungen. Ein gutes Beispiel dafür sei der „eingeschränkte Regelbetrieb in den Kitas“, bei dem die Frage im Raum stehe, ob und wie die Notwendigkeit geprüft werden könne. In den acht Morbacher Kitas würden derzeit zwischen 20 und 40 Prozent der Kinder in die Kita gehen, was die Lage dort entlaste.

Landrat Gregor Eibes sagt: „Die Verlängerung des Lockdowns war angesichts der aktuellen Datenlage zu erwarten und im Hinblick auf eine notwendige Stabilisierung der Entwicklung auch unausweichlich. Gleichwohl dürfen wir Gott sei Dank feststellen, dass die bisherigen Maßnahmen ihre Wirkung zeigen und die Infektionszahlen insbesondere auch in unserer Region seit dem Jahreswechsel zurückgehen.“ Er erwarte von der von Bund und Ländern eingesetzten Arbeitsgruppe die Entwicklung eines Szenarios, das aufzeigt, wie ab Mitte Februar stufenweise der Weg zurück in die Normalität erfolgen kann.

Neben der Wirtschaft seien  insbesondere die Eltern mit ihren Kindern  von den  Maßnahmen betroffen. Ihnen müsse über dieses Szenario ein verbindlicher Weg zurück zum Präsenzunterricht und zur Kinderbetreuung aufgezeigt werden, damit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wieder gewährleistet bleibe.