Polizei klärt mehr Straftaten auf
Die Polizeidirektion Wittlich hat ihre Kriminalstatistik 2009 veröffentlicht. Die Zahl der Straftaten ist im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen, außerdem wurde die Aufklärungsquote noch einmal gesteigert.
Wittlich. Im vergangenen Jahr haben die Ermittler der Kriminaldirektion Wittlich einen Vergewaltiger aus Wittlich dingfest gemacht, einen Heilpraktiker aus dem Raum Prüm, der mit KO-Tropfen seine Patienten willenlos machte, überführt und einen Mann aus einem Moselort verhaftet, der seine neugeborene Tochter brutal misshandelt hatte.
Dies waren wohl die spektakulärsten Fälle, mit denen sich die Beamten der Polizeidirektion Wittlich im 2009 beschäftigt haben. Insgesamt bearbeitete die Kriminalinspektion 125 Todesermittlungsverfahren, 43 Brände und 60 Fälle von vermissten Menschen.
Für Aufsehen sorgten auch die zehn Todesfälle in einem Seniorenheim in Hillesheim. Nach den über mehrere Monate an dauernden Ermittlungen er gaben die gerichtsmedizinischen Untersuchungen, dass ein Virus Ursache für die Todesfälle war.
Laut Kriminalstatistik gingen im vergangenen Jahr die Zahl aller Straftaten erneut zurück - auf insgesamt 13 277. Im Jahr 2006 wurden noch 15 538 Straftaten registriert. Die Aufklärungsquote erreichte mit 68,6 Prozent ein neues Rekordniveau. Im ganzen Land wurden 62,3 Prozent der Straftaten aufgeklärt.
Die sogenannten Rohheitsdelikte (vornehmlich Körperverletzung) sanken gegenüber 2008 leicht um 20 auf 1976 Fälle. 92 Prozent dieser Straftaten wurden aufgeklärt. Rückläufig sind Diebstähle. Sie bilden mit 27 Prozent den Schwerpunkt an der Gesamtkriminalität.
Deutlich angestiegen sind hingegen Vermögens- und Fälschungsdelikte, die um 513 Fälle auf 3061 Fälle angestiegen sind. Mitverantwortlich dafür war ein Verfahren, bei dem zwischen August 2007 und September 2008 drei Tatverdächtige aus Wittlich und dem Raum Trier knapp 100 Anleger um mehr als zwei Millionen Euro geprellt haben.
Das Betrugskommissariat der Kripo Wittlich überführte im vergangenen Jahr das Trio. Es folgten Freiheitsstrafen von dreieinhalb und viereinhalb Jahren. Häufiger als 2008 beschäftigte sich die Polizei im vergangenen Jahr mit Rauschgiftdelikten. Diese stiegen um 187 Fälle auf 1174. Überregionale Beachtung fand der Fall eines 23-jährigen Deutsch-Amerikaners, der in Bernkastel-Kues Schüler an Heroin heranführte. Insgesamt verzeichnete die Kripo Wittlich im vergangenen Jahr sieben Drogentote.
EXTRA Die Polizeidirektion Wittlich ist mit 3600 Quadratkilometern die größte Flächendirektion in Rheinland-Pfalz. Im westlichen Bereich grenzt ihr Dienstbezirk an Luxemburg und Belgien. Der Zuständigkeitsbereich erstreckt sich auf die Landkreise Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Vulkaneifel und den Altkreis Zell. Innerhalb dieses Zuständigkeitsbereiches leben 288 000 Menschen. Die polizeilichen Aufgaben werden innerhalb dieses Gebietes von sechs Polizeiinspektionen (Wittlich, Bitburg, Prüm, Daun, Zell, Bernkastel-Kues), einer Polizeiautobahnstation (Schweich) sowie der Kriminalinspektion Wittlich wahrgenommen. Die Kriminalinspektion bearbeitet dabei für den gesamten Dienstbezirk die in ihre Zuständigkeit fallenden Delikte der mittleren und schweren Kriminalität in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Polizeiinspektionen.