Polizei warnt: Betrüger locken per Fax mit Millionenerbe
Wittlich · Mit einem verlockenden Angebot versuchen Betrüger, Menschen in der Region Geld aus der Tasche zu ziehen. In den vergangenen Tagen erhielten gleich drei Personen per Telefax ein Schreiben einer angeblichen spanischen Anwältin, die mit einem Millionenerbe lockt.
Nach Angaben der Wittlicher Kriminalpolizei teilt die vermeintliche Rechtsanwältin in dem Schreiben mit, dass sie den Nachlass einer Familie verwaltet, die bei der Tsunami-Katstrophe 2004 ums Leben gekommen sei. Genannt werden 15,5 Millionen Dollar. Die angebliche Juristin sei schon länger auf der Suche nach Hinterbliebenen, finde jedoch niemanden. Die Kontaktaufnahme wird mit einer Namensgleichheit der angeblichen Verstorbenen und dem angeschriebenen Empfänger begründet.
Zehn Prozent des Erbes würden an eine karitative Einrichtung überwiesen; das restliche Geld dann je zur Hälfte zwischen ihr und dem "Erben" aufgeteilt, verspricht die "Anwältin". Es wird eine "ehrliche Zusammenarbeit" verlangt und eine "Transaktion unter legitimen Anforderungen" garantiert. Dann folgen Telefon- und Faxnummer mit spanischer Vorwahl sowie eine E-Mail-Adresse mit der Bitte um Kontaktaufnahme.
Und genau das ist es, worauf es dem Verfasser des Schreibens ankommt - auf die Kontaktaufnahme. Neugierige, die durch die in Aussicht gestellte große Geldsumme geblendet sind, sollen zu Opfern werden. Nach der Kontaktaufnahme werden sie zur Zahlung von angeblichen Gebühren und Kosten aufgefordert. Angeblich könne es nicht anders zur Auszahlung des Erbes kommen. Das Geld sehen die Opfer nie wieder, das in Aussicht gestellte Erbe sowieso nicht.
Die Kriminalpolizei warnt deshalb: Wer das Fax erhält, sollte darauf gar nicht reagieren und es einfach wegwerfen. Das Schreiben selbst sei nicht einmal strafbar, so die Polizei. Es handele sich dabei lediglich um einen "Anbahnungsversuch" zu möglichen Opfern. Das Verschicken der Briefe werde nach deutschem Recht als straflose Vorbereitungshandlung beurteilt.
Bekannt wurden in den letzten beiden Tage drei Fälle in der Region.