Post in die alte Heimat

Alwine Scheer aus Derby (Bundesstaat Kansas, USA): 1995 ging es für die heute 42 Jahre alte Alwine Scheer von Wittlich nach Kansas, USA. Dort war ihr heutiger Ehemann bei der Airforce stationiert.

Mit dabei hatte sie ihre damals fünf Jahre alte Tochter. "Leicht war\'s am Anfang nicht, aber wir haben uns schnell eingelebt", sagt Scheer rückblickend. Trotzdem fehlt ihr besonders der Karneval. "Das müssen wir hier noch einführen." Ansonsten geht es ihr wie vielen Auswanderern: "Ich vermisse es, größere Ereignisse mit der Familie feiern zu können, beispielsweise wenn Nachwuchs kommt oder Hochzeiten anstehen." So hätte sie im Dezember nach Abschluss ihres BWL-Studiums gerne mit dem deutschen Teil der Familie gefeiert. Deutsche trifft Alwine Scheer immer wieder. "Eine Bekannte kommt aus der Bitburger Ecke, und eine andere Freundin aus Traben-Trarbach, die hier lange gewohnt hat, ist gerade nach Hawaii gezogen." Auch wenn sie sich nicht vorstellen kann, wieder nach Deutschland zurückzukehren, so vermisst Scheer "die Direktheit, mit der alles angegangen wird." Während in den USA vieles politisch korrekt angesprochen wird, "sind die Wittlicher und Eifeler doch wesentlich direkter." Von dieser Direktheit überzeugt sie sich bisher alle vier Jahre. Dies liegt einerseits an den Kosten. "Außerdem bekommen wir hier nicht so viel Urlaub wie in Deutschland, da muss man schon gut planen." Auch in Zukunft wird es bei Besuchen bleiben: "Meine Kinder sind hier, und ich bin doch schon zu sehr Amerikanerin, um mich im engen Deutschland noch einmal einzugewöhnen", sagt Alwine Scheer. "Wir haben uns hier in Kansas ein Zuhause geschaffen, von dem ich in Deutschland nur träumen könnte. Was will ich mehr?" Sie habe eine schöne Familie, einen lieben Schwiegersohn "und es geht uns gut hier. Das ist das Wichtigste, alles andere ist Nebensache." har Diese und weitere Post in die alte Heimat finden Sie im Internet auf www.volksfreund.de/exilaner

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