Präsente für die Preisträger
Klausen · Bis nach Hamburg zum Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" haben es vier Musiker aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich geschafft. Dort haben sie erste und dritte Preise erreicht. Ihr Können zeigten sie bei einem Preisträgerkonzert, das der Freundeskreis organisiert hatte.
Klausen. "Wer sich früher mit dem Notenlesen schwer tat und im Musikverein spielen wollte, für den blieb oft nur die dicke Trommel als Instrument", erinnert sich Alois Meyer, Vorsitzender des Freundeskreises der Kreismusikschule (siehe Extra). "Heute, wenn man hört, was im Bereich Schlagwerk geleistet wird, ist das kein Vergleich mehr. Das ist aller Ehren wert", sagt Meyer.
Das zeigten die drei Musiker Luca Kuhnen, Leonie Schmitt und Thomas Leonhard am Schlagwerk auch gleich mit dem klassischen Stück "Flamerie". Mit ihrem Ensemble haben sie in Hamburg den dritten Preis erhalten. Ein halbes Jahr haben sie sich auf den Wettbewerb vorbereitet, der dieses Mal für Schlagwerkensemble und Bläserinstrumente Solo ausgeschrieben war. In der zweiten Kategorie hat Carolin Welter den ersten Preis bundesweit bekommen. Auch sie spielte in Klausen ein Stück von Leonard Bernstein. Gesponsert wird "Jugend musiziert" bundesweit und auf Kreisebene von den Sparkassen. Jährlich gibt sie im Landkreis Bernkastel-Wittlich 150 000 Euro an die Kreismusikschule.
21 Schüler der Kreismusikschule Bernkastel-Wittlich haben in diesem Jahr am Wettbewerb teilgenommen. Davon sind acht auf Landesebene erfolgreich gewesen und vier auf Bundesebene. Leiter Frank Wilhelmi sagt stolz: "Wir haben in den vergangenen sieben, acht Jahren immer richtig gute Ergebnisse beim Wettbewerb erreicht. Das sind die Spitze und Aushängeschilder, aber genauso wichtig ist für uns die breite Ausbildung für die Musikvereine." Weiter erklärt er: "Zudem gibt es auch sehr gute Musiker, die aus verschiedenen Gründen nicht an Musikwettbewerben teilnehmen wollen. Das ist natürlich auch in Ordnung." Für Luca, Leonie und Thomas war das Vorspiel in der Hansestadt ein ganz besonderes Erlebnis. "Wir waren noch nervöser als beim Landeswettbewerb", gesteht Leonie Schmitt. Vier klassische Stücke haben sie vor der Jury und ungefähr 30 Zuhörern gespielt, und mit einem Punkt mehr hätte es sogar einen zweiten Preis gegeben. Dennoch waren die drei, die zwischen 14 und 16 Jahre alt sind, sehr überrascht. Luca Kuhnen: "Damit haben wir nicht gerechnet. Wir haben uns richtig gefreut und abends gefeiert." In Klausen haben sie und alle anderen Preisträger ein Präsent von der Sparkasse bekommen und eine Karte für das Mosel Musikfestival. Zum Abschluss zeigten sie, dass sie auf allem trommeln können. Das Stück "Krumme Stühle" war auch der Abschluss des Konzertabends.
Robert Wies, Kreisbeigeordneter, fasste zusammen: "Wer an Jugend musiziert mitmacht, kann nur gewinnen, an Erfahrung, Nervenstärke, Kontakten und Persönlichkeit."
Extra
Den Freundeskreis der Kreismusikschule Bernkastel-Wittlich gibt es seit 1987. Er unterstützt die Kreismusikschule unter anderem durch den Kauf von Instrumenten. In diesem Jahr waren es ein Saxofon und eine Bassgitarre. Daneben organisieren die Mitglieder Veranstaltungen und machen Öffentlichkeitsarbeit. Bei politischen Gremien vertreten sie die Kreismusikschule und sie sammeln Geld. Die Fahrt der Schüler zum Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" haben sie dieses Jahr finanziell unterstützt. Die Mitgliedschaft ist ab zwölf Euro für Privatpersonen und ab 50 Euro für Firmen oder Verbände möglich, für Körperschaften oder Ortsgemeinden je nach Einwohnerzahl. chb