Präzision gefragt

MORBACH. (fab) Das Schießen mit der Pistole und dem Gewehr gehört für einen Reservisten im Rahmen eines Wettkampfes zur Tagesordnung. Eine Wettkampfstation, bei der es für Kampfmittelerkundung Punkte gibt, war jedoch für viele Neuland. Um so neugieriger wagten sich die Teilnehmer des 14. Internationalen Wettkampfschießens der Morbacher Reservisten an die Station heran.

Da die Bundeswehr mehr und mehr von einer Verteidigungs- zu einer Einsatzarmee geworden ist, geht auch die Reserve neue Wege. "Deshalb müssen wir auch andere Übungen einbauen", erklärt Fahnenjunker d.R. Ulrich Weber an der Ausbildungs- und Wettkampfstation "Kampfmittelerkundung". Weber nimmt die Morbacher Reservisten Markus Schipka und Manfred Tetzlaff zur Einführung mit in den gutbeheizten Bauwagen des Forstamtes. "Der Zweck von Minen ist, einen Geländeabschnitt zu sperren", sagt Weber. Ziel müsse deshalb sein, bei einem Fund einer nicht explodierten Mine, den Teil des Geländes genau zu markieren: das heißt: Auf der mitgeführten "Taschenkarte" den Minentyp in etwa eingrenzen, ein Formblatt mit Angaben zum Objekt ausfüllen und eine Meldeskizze erstellen. "Je besser man die Lage einstuft, desto leichter haben es die Leute, die eine Mine wegräumen müssen", erklärt Hauptmann d. R. Marcus Risser und spricht noch die Opferstatistiken und die Minenlage an. "4000 Tote im Jahr allein in Afghanistan. Weltweit liegen etwa 100 Millionen Minen", lauten die dramatischen Zahlen, die für sich sprechen. Nach der Theorie kommt für die "Streife Schipka und Tetzlaff" der praktische Teil im Gelände, der von Weber kritisch beäugt und mit Punkten bewertet wird. Neben den ehemaligen Soldaten nehmen auch Teilnehmer der Morbacher Feuerwehr und der Polizeiinspektionen aus Morbach und St. Wendel am Wettkampf teil. "Es kommt bei uns auch schon vor, dass wir eine Fundstelle absperren müssen, ehe der Kampfmittelräumdienst da ist", sagt Polizeikommissarin Aline Böffel aus St. Wendel. Sie zeigte sich von der lehrreichen Station genauso begeistert wie der Morbacher Ordnungshüter Jürgen Erz. Die Wachschießübung für Gewehr (G3) und Pistole (P8) findet auf der Kyffhäuser-Schießanlage statt. Je fünf Schuss feuern die Schützen innerhalb der Zeitvorgabe auf ein Ziel ab. Eine Exkursion in den Ortelsbruch rundet den Wettkampf mit internationalem Flair, ab. "Ich bin stolz, dass unsere französischen Freunde aus Saarebourg und die amerikanischen Kameraden aus Spangdahlem wieder teilgenommen haben", sagt Major d. R. Karl Mutsch abschließend. Insgesamt 30 Soldatenmannschaften plus Gäste haben am 14. Internationalen Wettkampfschießen der Reservistenkameradschaft (RK) Morbach teilgenommen. Ergebnisse: 1.Platz RK Zemmer III 184 Punkte; 2.Platz AKRO Trier II 164 Punkte; 3.Platz AKRU Trier II 151 Punkte.