Preis der Schweizer Fußballer

WITTLICH. Etwa 1000 Besucher im bunt geschmückten Grünewald: Auch das Sommerfest der Einrichtung für behinderte Menschen stand deutlich im Zeichen der Weltmeisterschaft.

Fußball war auch im Haus Maria Grünewald beim Sommerfest allgegenwärtig. Die Übertragung des Nachmittagsspieles war durch eine Großbildleinwand gesichert. Im Hintergrund der Bühne des Zeltes prangte ein großer schwarz-weißer Ball, der als Dekoration herhielt zum arabischen Tanz, zum japanischen Trommeln oder zu den Musikgruppen aus Lüxem und Wengerohr. Neben der Integration war also jede Menge Internationalität angesagt. Am deutlichsten machten dies die Hauptpreise der Tombola: Was der DFB nicht fertig brachte, fanden die Schweizer Fußballer normal: Selbstverständlich hatten die in Bad Bertrich einquartierten Eidgenossen einen Ball und eine Fahne gestiftet mit den Unterschriften aller Spieler - vielleicht in Kürze eine unbezahlbare Kostbarkeit! Heilerziehungspfleger Peter Römer, Mitglied im Organisationsteam, ist jedenfalls äußerst gespannt, bis wohin die Schweizer es schaffen werden. Regenmacher und WM-Flaggen

Richtig etwas los war auf allen Pfaden der Einrichtung, wo Spiel- und Spaßstationen aller Art auf die etwa 1000 Besucher warteten. Hier wurden Regenmacher gebastelt, da zogen zwei Huskies einen Bollerwagen als Kutsche hinter sich her, dort wurden mannshohe Fußballer auf dem Spielfeld verschoben. Ein Renner waren die Flaggen der an der WM beteiligten Nationen, die, auf große Stoffreste gemalt, in Windeseile in der Sonne trockneten. So bekam endlich auch die kleine Miriam, deren Brüder ihre Zimmer längst entsprechend dekoriert haben, ihre eigene deutsche Fahne. Bei Müdigkeit lockte das Café Italia in der Tagesförderstätte. Gegen den Hunger kämpfte bereits im 33. Jahr der grillende Lüxemer Kegelclub "die Lausbuben" an. Überhaupt wäre ein Fest in dieser Größenordnung ohne die treue Hilfe zahlloser Vereine und einzelner Menschen nicht möglich, betont Anna Endres, Leiterin von Maria Grünewald. Ob es die Mütter um Maria Klein sind, die rund ums Jahr mit tanzlustigen Bewohnern den arabischen Tanz einstudieren und vor jedem Auftritt die Bestandteile der prächtigen Kostüme zusammenleihen, ob zum Beispiel der Freizeitclub Behinderter aus Bausendorf mit seinen Spiel-Ständen oder die Auszubildenden, die auf dem Sportplatz zur Mini-WM luden: Nur viele helfende Hände schaffen es, das Fest zu gestalten, das Menschen aus einem Umkreis von über 100 Kilometern anzieht, wie die Kennzeichen der bis auf die Straße nach Hasborn parkenden Autos belegten. fcg