Premiere im blauen Gewölbe

Der Gitarrist Lulo Reinhardt war der erste musikalische Gast im neuen unterirdischen Veranstaltungsraum in Traben-Trarbach.

Traben-Trarbach (red) Mit einem Premierenkonzert könnte ein neuer Kulturort an der Mittelmosel geboren worden sein: Die Lott-Gesellschaft, Veranstalter des gleichnamigen Festivals und alternativer Kulturverein der Region, brachte erstmalig neues kulturelles Leben in den imposanten Gewölbekeller der Kellerschänke Storcke Stütz in Trarbach.
Der Raum selbst ist schon ein heimlicher Star mit 150 Quadratmetern Größe und fünf Metern Höhe, eindrucksvoll und einzigartig in der Gegend. Verantwortlich für den sofort zum Auftakt gänzlich ausverkauften Veranstaltungsraum war dann allerdings der andere Star auf der Bühne: Lulo Reinhardt, Großneffe der weltberühmten Gitarrenikone Django Reinhardt und musikalischer Weltbürger. Gemeinsam mit seinem kongenialen Partner Daniel Stelter spielte Reinhardt zu einem "Concerto furioso" auf, vorwiegend verwegene Eigenkompositionen und Interpretationen im schwindelerregenden Staccato-Anschlag und Tempo Presto, also sehr schnell. Mit improvisatorischer Freiheit feuerten sich Reinhardt und Stelter, der den knochentrockenen Sound Reinhardts mit einem weicheren Instrument komplettierte, gegenseitig melodische Salven um die Ohren. Neben seinem enormen technischen Können bediente sich Reinhardt dann ausgiebig Spielstilen aus Spanien, Marokko oder Cuba, die ihn immer wieder zu humorigen Anekdoten über Länder und Situationen hinreißen ließen. Das begeisterte Publikum dankte es mit ausgelassenem Lachen und stehenden Ovationen.
Nach dem doch auch überraschenden Erfolg der Konzertpremiere plant die Lott-Gesellschaft zukünftig zusammen mit dem neuen Wirt der Storcke Stütz weitere Kulturveranstaltungen in dem schon jetzt lieb gewonnenen, kulturellen Kleinod in Traben-Trarbach.

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