Prinz Vitos Paradies

Der amtierende Prinz des "KC Narren Juch Hee" ist ein echtes karnevalistisches Urgestein. Dabei hat seine Wiege im fernen Michigan gestanden, von wo aus ihn ein "paradiesisches" Weinetikett nach Piesport geführt hat.

Piesport. Wer denkt, dass es sich im Paradies nicht ausgelassen feiern lässt, der irrt. Valentino Cipolla, amtierender Prinz des Piesporter "KC Narren Juch Hee", ist dafür der lebende Beweis. Als "Vito", wie ihn alle nur nennen, noch ein kleiner Junge war, hatte er keinerlei Zweifel, wie es im Paradies wohl aussieht. Bei seinen Eltern in Michigan stand nämlich an Festtagen auf dem Tisch immer Moselwein, den seine Mutter sehr geliebt habe, wie er erzählt. Und auf einer dieser Flaschen hatte er es entdeckt, das Paradies - ein Weinetikett mit einer Ansicht von Alt-Piesport Paradies. Damals hätte er sich wohl nie träumen lassen, eines Tages in diesem Ort zu leben. Doch als Apotheker bei der US-Armee ist der 28-Jährige schon viel herumgekommen. Nach Stationen wie Korea, China, Thailand oder Kambodscha landete er vor zwei Jahren schließlich in Deutschland. Sein Betreuer, der ihn am Flughafen gefragt habe, was er als erstes in diesem Land sehen wolle, habe sich ganz schön gewundert, als er ihn darauf fragte, ob er Piesport kenne.Und dann ging alles rasend schnell. Kaum war er eine Stunde in Piesport, hatte er das Haus entdeckt, in dem er heute zur Miete wohnt. Mittlerweile hat er sich sogar ein eigenes Haus gekauft, das er aber derzeit noch umbaut. Derart sesshaft zu sein, erstaunt ihn offensichtlich selbst ein wenig. Schließlich hat er nicht nur in den Vereinigten Staaten viele Orte und Gegenden kennen gelernt, sondern er hat auch schon einige europäische Länder besuchen können. "Hier bleibe ich für immer"

"Das ist meine erste Wohnung in Europa", versichert er: "Hier gefällt es mir besser als in meinem Elternhaus." Doch Vito fühlt sich nicht nur in seinen vier Wänden pudelwohl. Binnen kürzester Zeit hat er sich auch in der Piesporter Vereinswelt eingelebt. Abgesehen von seinem aktuellen Einsatz als Prinz engeagiert er sich nämlich seit fast zwei Jahren bei der Feuerwehr. Und neuerdings zieht er sogar mit den "Klepperern" mit, die nicht wegzudenken sind bei Festumzügen. Obendrein geht er bei einem befreundeten Winzer in die Lehre, weshalb er Gästen enthusiastisch seinen eigenen Wein anbietet: "Mein eigener Wein - den hab ich selbst gemacht." Für den diesjährigen Regenten des "KC Narren Juch Hee" gibt es keinen Zweifel: "Das ist mein Paradies - ich bleibe hier immer."