Prioritäten für Projekte

MORBACH. Der Gemeinderat Morbach legte in seiner Sitzung am Dienstagabend eine Reihenfolge von Bauvorhaben fest, für die Landeszuschüsse beantragt werden soll. Bereits für 2006 werden unter anderem der Neubau eines Feuerwehr- und Jugendhauses in Weiperath, der Umbau eines Gefrierhauses in Wenigerath und ein Rückhaltebecken für den Morbach ins Auge gefasst.

Die Morbacher Kommunalpolitiker legten in einer Gemeinderatssitzung eine Reihenfolge fest, in der geplante Vorhaben realisiert werden sollten (siehe auch "Prioritätenkatalog"), und zwar einvernehmlich."Die Summe erschlägt einen zugegebenermaßen", räumte Bürgermeister Gregor Eibes gleich zu Anfang ein. Und in der Tat: Projekte in einer Größenordnung von insgesamt mehr als dreieinhalb Millionen Euro nimmt die Gemeinde in den Jahren bis 2010 immerhin ins Visier. Ein Fragezeichen steht noch hinter der Sanierung des Freibads, die für 2010 angedacht wird. Eine Summe könne noch nicht festgelegt werden, so Eibes weiter. Für all diese Projekte will die Gemeinde in den nächsten Jahren Gelder beantragen. Rechne man zusammen, komme man auf einen beträchtlichen Geldbetrag, staunte Achim Zender nicht schlecht. Der Sprecher der Freien Wählergruppe Morbach (FWM) machte auch darauf aufmerksam, dass die Zuschüsse schneller fließen könnten als gedacht. Viele Kommunen könnten schließlich keine Eigenmittel mehr aufbringen, ohne die das Land nicht fördere. Große Hoffnungen auf ein solches Szenario machte Eibes nicht. Er wies auf den großen Investitionsstau im Land hin. Vor allem im Feuerwehr-Bereich sehe es kritisch aus.

"Verlagern wir die Entscheidung nicht aus dem Gemeinderat in Richtung der Geldtöpfe des Landes", fragte dagegen Karlheinz Schneider (SPD). Wenn der warme Geldregen fließe, könne man sich nur noch bedanken. Sein Fraktionskollege Hermann Moseler wies auf den Widerspruch hin, dass man auf der einen Seite die zunehmend defizitäre Situation bei den Museen beklage und auf der anderen Seite in Weiperath ein Gebäude für ein historisches Horizontal-Gatter - eine Art Sägemaschine - zu bauen beabsichtige. Veranschlagte Kosten: 205 000 Euro.

Heribert Knob (CDU) machte auf die notwendige Freibad-Sanierung aufmerksam. Man müsse die Sanierung im Auge haben, "damit es uns nicht so geht wie Hermeskeil". Es sei immerhin "weit und breit" das einzige Freibad auf der Hunsrück-Hochfläche. "Wir zahlen zwar drauf, aber in erträglichem Maße." Uwe Andretta von der Fraktionsgemeinschaft grüne Liste unterstrich im Zusammenhang mit Pisa die Notwendigkeit für den Umbau der Schulsport-Anlage. Mit 995 0000 Euro handelt es sich um die größte Einzelmaßnahme. Aber: "Wenn wir keine Anträge stellen, läuft die Zeit weg." Grundsätzlich stünden, so machte Eibes vor der Abstimmung nochmals deutlich, weder die Kosten, die veranschlagt wurden, noch die Zeiträume, in denen die Projekte verwirklicht werden, fest. Das Gremium werde sich mit jedem einzelnen Projekt erneut befassen. Mit dem Auftrag an die Gemeinde, Zuschüsse zu stellen, sei keine "abschließende Entscheidung über den Umfang und die Höhe der Investition getroffen".