Probebetrieb beginnt Mitte August

Die Arbeiten an der größten Baustelle der Mittelmosel neigen sich dem Ende zu. In der übernächsten Woche wird zu Testzwecken die zweite Schleusenkammer an der Staustufe Zeltingen geflutet. Der Probebetrieb startet am 17. August.

Zeltingen-Rachtig. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee höchstselbst wird am 17. August nach Zeltingen-Rachtig kommen. An diesem Tag fahren die ersten Schiffe in die zweite Schleusenkammer an der Staustufe Zeltingen ein. Dann beginnt der sechsmonatige Probebetrieb.

In der übernächsten Woche kommt das Bauwerk - es ist 210 Meter lang, 12,50 Meter breit und zehn Meter tief - erstmals mit Wasser in Berührung. Riesige Pumpen befördern drei Tage lang 40 000 Kubikmeter Moselwasser in die Schleuse, um zu testen, ob alles dicht ist. Rund vier Wochen wird die Kammer befüllt sein, danach wird das Wasser wieder abgelassen, um eventuell notwendige Nacharbeiten vornehmen zu können. Eigentlich sollte die neue Schleusenkammer bereits am kommenden Montag geflutet werden. Wegen technischer Schwierigkeiten, die gestern auftraten, kommt es zu einer Verzögerung.

Die schwierigsten Arbeiten sind erledigt. Das Ober- und Untertor sind eingebaut, die tonnenschweren Stahl-Ungetüme müssen lediglich noch exakt justiert werden. Zurzeit sind Arbeiter damit beschäftigt, die Mittelmole zwischen den beiden Schleusenkammern mit Pflastersteinen zu belegen. Die Arbeiten an dem 13 Meter hohen Betriebsgebäude laufen noch auf Hochtouren. Dort werden der hochmoderne Steuerstand, die Elektrotechnik und Räume für die Bediensteten untergebracht.

Nach Auskunft des Leiters des Wasser- und Schifffahrtsamtes Trier, Joachim Gährs, kostet der Bau der Schleuse Zeltingen inklusive des Grund stück erwerbs 45 Millionen Euro. Insgesamt wurden 600 000 Kubikmeter Erdreich bewegt, 70 000 Kubikmeter Beton und 5000 Tonnen Stahl verbaut.

Der Probebetrieb an der zweiten im Bau befindlichen Schleusenkammer in Bruttig-Fankel soll Ende 2010 anlaufen. Geplant ist bereits der Bau der zweiten Schleusenkammer an der Staustufe Trier. Baubeginn hier soll Ende 2010 sein.

Der Ausbau der Staustufen trägt dem Umstand Rechnung, dass die Schiffe größer und breiter werden. Auch die Menge der beförderten Güter hat sich erhöht. Beim Ausbau der Mosel zu einer Großschifffahrtsstraße gingen die Experten von einem jährlichen Frachtaufkommen von zehn Millionen Tonnen aus. Heute sind es bereits knapp 16 Millionen Tonnen. EXTRA Die jährlich notwendigen Reparatur- und Modernisierungsarbeiten an den Moselschleusen beginnen in zehn Tagen. Die Mosel ist deshalb von Mittwoch, 17. Juni, 0.00 Uhr, bis Mittwoch, 24. Juni, 24 Uhr, für die Schifffahrt gesperrt. Einzelne Schleusenkammern müssen trockengelegt werden, um mechanische Teile auszutauschen.