Prominenter Nachwuchs bei der Weinbruderschaft

Piesport · Eine Königin und ein Politiker sind die jüngsten Mitglieder der Weinbruderschaft Mosel-Saar-Ruwer. Bei ihrem Bruderschaftstag haben die Weinfreunde zudem neue Ideen vorgestellt - und die Mosellandschaft gelobt.

Die Weinbruderschaft Mosel-Saar-Ruwer kann 21 neue Mitglieder begrüßen. Darunter auch Weinkönigin Kathrin Schnitzius und Landrat Gregor Eibes Foto: Privat

Piesport. 185 Mitglieder der Weinbruderschaft Mosel-Saar-Ruwer haben beim Bruderschaftstag Wein, Kultur und ein regionales Fünf-Gänge-Menü genossen.
Mittendrin: Mosel-Weinkönigin Kathrin Schnitzius, die gemeinsam mit 21 weiteren Weinfreunden - unter ihnen auch Landrat Gregor Eibes - neu in die Bruderschaft aufgenommen wurde. Den neuen Geschwistern wurde zur Begrüßung ein besonders extravaganter Wein eingeschenkt. Zudem trugen sie an ihren Revers eine goldene Traube. "Ich freue mich sehr, dass ich heute als neues Mitglied aufgenommen werde", bekannte Weinkönigin Schnitzius.
Auch Zeremonienmeister Dieter Schlagkamp war erfreut darüber, "wie beliebt, bekannt und begehrt unsere Weinbruderschaft ist". Das Weinanbaugebiet an der Mosel sei das fünftgrößte Deutschlands - "aber in der Lebendigkeit sind wir einfach unschlagbar"´. Zudem forderte er: "Das älteste deutsche Weinanbaugebiet muss unbedingt als Weltkulturerbe anerkannt werden!"
Restzucker und Säure als Angabe


Und noch etwas liegt ihm arg am Herzen: Schlagkamp wünscht sich, dass die Gastronomie künftig die Weine mit Angabe der Werte Restzucker, Säure und Alkohol anbietet. "Oft weiß ich, was ich esse, und dann weiß ich doch gleich, welchen Wein ich dazu trinken möchte."
Der Bruderschaftstag ist zugleich die Jahreshauptversammlung des 509 Mitglieder zählenden Vereines. Bruderschaftsmeister Helmut Orth blickte auf die interessanten Veranstaltungen zurück, bei denen die regionalen Besonderheiten zum Wein und seinen Erzeugnissen, zur Architektur, Musik und Literatur im Mittelpunkt stehen.
So erlebten die Vereinsmitglieder ein Weincolloquium mit einem "Besuch in der Vergangenheit" in Ediger-Eller. Die musische Weinstunde fand in DLR-Mosel Steillagenzentrum und in der Güterhalle in Bernkastel-Kues statt, Bariton Bernhard Th. Föhr und Pianist Josef Thiesen sorgten mit Liedern aus den 1920er Jahren für den musikalischen Rahmen.
Erstmals unterstützte die Weinbruderschaft im Juli 2013 eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Mosel-Musikfestival. Im Rokokosaal des Kurfürstlichen Palais gab es klassische Musik auf höchstem Niveau und edle Weine aus der bruderschaftseigenen Vinothek.
"Die Weinbaupolitik mag ihre Gründe gehabt haben, aus Mosel-Saar-Ruwer Mosel zu machen", sagte Bruderschaftsmeister Helmut Orth und führte aus: "Wir aber haben gute Gründe, den Namen Mosel-Saar-Ruwer stolz und in voller Länge ungebrochen weiterzuführen".
Es gebe eben in der Welt nur ein einziges Mal diesen wunderbare Bilderbuchlandschaft und nur einmal aus drei Flüssen diese herrlichen Weine von Mosel, Saar und Ruwer. "Und nur hier gibt es eine Weinbruderschaft, die seit 46 Jahren mit Selbstbewusstsein den Namen trägt." red