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Prost auf ihren ersten Wein vom Honigberg!

 Anstoßen auf ihr neues Projekt: Firmeninhaber Martin Portz (rechts) aus dem saarländischen Rissenthal und Brenner Michael Hilgert aus Maring-Noviand bauen gemeinsam Wein an. Foto: Rolf Ruppenthal
Anstoßen auf ihr neues Projekt: Firmeninhaber Martin Portz (rechts) aus dem saarländischen Rissenthal und Brenner Michael Hilgert aus Maring-Noviand bauen gemeinsam Wein an. Foto: Rolf Ruppenthal
Rissenthal/Maring-Noviand. Unter dem Namen "Melle Montem", zu Deutsch Honigberg, haben Martin Portz und Michael Hilgert jetzt den ersten Jahrgang der gemeinsam kultivierten Weine herausgebracht. Durch gezielte Selektion produzieren sie mengenmäßig weniger Wein, dafür aber Spitzenqualität. Auch im Sortiment: Edel-Obstbrände. Christian Beckinger

Rissenthal/Maring-Noviand. Vom Anlagenbauer zum Winzer: Eine nicht eben alltägliche Wende in seinem Leben hat Martin Portz aus dem saarländischen Rissenthal vollzogen. Seit Jahren ist Portz mit seiner im Losheimer Gewerbegebiet Süd ansässigen Firma Anlagentechnik Hochwald (ATH) gut im Geschäft. Doch in Zukunft will der umtriebige Tausendsassa sich noch einer ganz anderen Profession widmen: dem Weinbau. Dazu ist der bekennende Feinschmecker eine Partnerschaft mit einem Experten auf diesem Gebiet eingegangen: Michael Hilgert, Winzer und Obstbrenner aus Maring-Noviand. Unter dem Namen Melle Montem haben Portz und Hilgert jetzt den ersten Jahrgang der gemeinsam kultivierten Weine herausgebracht.
Martin Portz erinnert sich, wie es zu dieser saarländischen-rheinland-pfälzischen Zusammenarbeit kam: "Ich bin auf Michael Hilgert vor über vier Jahren durch den von ihm erzeugten Edelschnaps aufmerksam geworden. Wir sind dann über den Wein ins Philosophieren gekommen. Ich habe ihm gesagt, dass ich zwar keinen Begriff davon habe, wie der Wein technisch erzeugt wird - aber dass ich sehr wohl von Vertrieb etwas verstehe."
Dass die Chemie zwischen den beiden von Beginn an gestimmt hat, daran erinnert sich auch Michael Hilgert: "Ich habe nach den ersten Gesprächen mit ihm gedacht: Der Mann ist interessant." Martin Portz habe ihn schließlich überzeugt, die schönen Hänge an der Mittelmosel, die sich seit Generationen im Besitz seiner Familie befinden, wieder für den Weinanbau zu nutzen, erzählt Hilgert.
Altes Gut mit alten Lagen



Denn obwohl er das elterliche Weingut 1994 übernommen und in der dritten Generation weitergeführt habe, so habe er den Weinbau doch zuletzt eher vernachlässigt, sagt Hilgert: "Mein Herz hängt seit langem schon an den Edelobstbränden." Ein Zufall brachte das gemeinsame Wein-Projekt entscheidend voran: "Gegenüber von Michaels Betrieb lag ein altes, traditionsreiches Weingut, dessen Besitzer vor kurzem gestorben ist", erinnert sich Martin Portz. Da habe es nahegelegen, diesen Weinbaubetrieb mitsamt seinen Gerätschaften zu übernehmen und in das Gemeinschafts-Unternehmen einzubinden. Die Lage, auf der die Weine von Portz und Hilgert wachsen, macht schon vom Namen her Appetit: "Der Honigberg in Maring wurde in früheren Zeiten vor allem für den Streuobstanbau genutzt. Auch zwei Imker aus dem Dorf haben früher dort ihren Honig erzeugt - daher der Name", erzählt Michael Hilgert. In latinisierter Form als Melle Montem gab der Honigberg auch dem neuen Wein den Namen.
Weitere Lagen, auf denen Weintrauben von Portz und Hilgert wachsen, sind der Rosenberg und die Maringer Sonnenuhr. "Wir bewirtschaften insgesamt rund 2,8 Hektar Anbaufläche", sagt Hilgert. Nach den Vorgaben der EU dürften pro Hektar zwar rund 12 500 Liter Wein geerntet und vermarktet werden. "Wir haben unsere Produktion in den letzten Jahren durch sorgfältige Selektion auf 7000 bis 8000 Liter heruntergefahren", erläutert der Winzer und ergänzt lachend: "Mein Opa würde mich heute totschlagen, wenn er sehen würde, wie viele Trauben wir abschneiden und verfaulen lassen."
Aber die Selektion kommt dem Geschmack zugute, schon die Weine des ersten Jahrgangs sollen "Genuss-Genießer", so umreißt Martin Portz die Zielgruppe, überzeugen. Der Saarländer hegt mit seinem Kompagnon noch weitere Pläne: "In näherer Zukunft wollen wir auch Essige produzieren", sagt Portz. Und natürlich wird es auch weiterhin die edlen Brände von Michael Hilgert geben.