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Protestanten setzen auf Identität

Protestanten setzen auf Identität

Es sind keine leichten Zeiten für die Protestanten. Der demografische Wandel sorgt für sinkende Mitgliederzahlen, die Steuereinnahmen gehen zurück, die aktuelle Finanzkrise lässt Etat-Planungen schwerer werden und die anstehenden Strukturveränderungen im Kirchenkreis sorgen für Diskussionen. Dies beschäftigte auch die Mitglieder der Kreissynode bei ihrer Tagung in Gemünden.

Gemünden. (dju) Trotz spürbarer Veränderungen in Kirche und Gesellschaft wollen die Protestanten im Hunsrück und an der Mittelmosel ihre eigene Identität als evangelische Kirche bewahren, ohne sich Reformen zu verschließen. Dies zeigte sich auf der Herbstsynode des evangelischen Kirchenkreises Simmern-Trarbach in Gemünden.

"Eine starke Identität, die das Unaufgebbare mit dem Wandlungsfähigen nicht verwechselt, ist die Voraussetzung, um Wandel gestalten zu können", machte Superintendent Horst Hörpel bei der Synode deutlich. Und er forderte die rund 90 Vertreter aus den 48 Gemeinden des Kirchenkreises auf, sich offensiv dieser Diskussion zu stellen.

Und dass der Kirchenkreis Simmern-Trarbach eine eigene Identität hat, die es zu erhalten gilt, machte der Superintendent auch gleich deutlich. Es seien die rund 60 historischen Kirchen, die Dörfer und Städte im Hunsrück und an der Mosel prägen mit kleinen, überschaubaren Kirchengemeinden. Es seien die Pfarrer und Mitarbeiter vor Ort, die das Bild der Kirche ausmachen, und die bei unterschiedlichen Aufgaben zusammen arbeiten, auch bei der Bewältigung des Sparprozesses.

Angesichts der anstehenden Aufgaben für die Protestanten in der Region dürfte Solidarität gefordert sein, beispielsweise bei der zukünftigen Gestaltung der Seelsorge. Denn eine neue Pfarrverteilungsrichtlinie der Landeskirche, seit wenigen Tagen in Kraft, sieht die Erstellung eines Rahmenkonzepts für den Pfarrdienst vor. Danach müssten im Kirchenkreis Simmern-Trarbach ab 2015 weitere Pfarrstellen eingespart werden - genaue Zahlen stehen noch nicht fest.

Zusammenarbeit ist auch bei der Diakonie angesagt. So sprach sich die Kreissynode mit großer Mehrheit dafür aus, gemeinsam mit den anderen sieben rheinischen Kirchenkreisen im Land für die Aufgaben der Diakonischen Werke einen gemeinsamen Trägerverbund zu gründen, der die Arbeit koordiniert und gegenüber dem Land vertritt.

"Niemand weiß, wie sich die Kirchensteuereinnahmen im kommenden Jahr entwickeln werden", machte Amtsleiter Andreas Eck bei der Vorstellung des Haushalts 2009 deutlich. Alle Zahlen seien derzeit mit großen Unsicherheiten verbunden. "Wir stehen nicht vor einer unmittelbaren Katastrophe, aber wir werden sicher eine Durststrecke erleben, die wir gemeinsam durchstehen müssen." Der verabschiedete Etat des Kirchenkreises hat ein Volumen von rund 6,8 Millionen Euro, rund eine halbe Million Euro weniger als 2008.

In Gemünden standen auch Wahlen zum Kreissynodalvorstand an. Die Hälfte der Mitglieder musste neu gewählt werden. In seinem Amt bestätigt wurde Pfarrer Andreas Nehls (Sohren) als Assessor und damit Stellvertreter des Superintendenten. Wiedergewählt wurde als stellvertretender Skriba der Kirchberger Pfarrer Manfred Stoffel, neu als seinen Stellvertreter wählte die Synode die Alterkülzer Pfarrerin Bärbel Deutsch. Größere Veränderungen gab es bei den nichttheologischen Mitgliedern des Synodalvorstandes. Mit Karl-Heinz Niederhaus (Laufersweiler) und Waldemar Bauermann (Laubach) schieden langjährige Synodalälteste aus.

Zu ihren Nachfolgern wählte die Synode Holger Barth (Wahlenau) und Friederike Mauerhof (Hollnich). Stellvertretende nichttheologische Mitglieder wurden Günter Schuler (Sohren), Günter Bauermann (Bubach), Nadja Klein (Zell), Hanno Schneider (Tiefenbach) und Claudia Schmitting (Rohrbach).