Prozess gegen Hunsrücker Drogenbande

Justiz : Drogenhandel: Prozess gegen Hunsrücker startet

Mehrere Menschen sollen vom Hunsrück aus mit Drogen gehandelt haben. Vor dem Trierer Landgericht soll der Fall geklärt werden.

(hpl/red) Ein Prozess wegen Drogenhandels beginnt am heutigen Montag, 15. Oktober, 9 Uhr, am Trierer Landgericht. Es geht dabei um einen Mann, der im Hunsrück in großem Stil mit Drogen gehandelt haben soll, wie das Landgericht mitteilt. Neben dem Mann sind weitere vier Männer angeklagt.

Dem 63-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, Mitte 2016 gemeinsam mit seiner französischen Lebensgefährtin in ihre Heimat gefahren zu sein und dort Kontakt mit einem Rauschgifthändler aufgenommen zu haben. Dem Angeklagten wird weiter zur Last gelegt, 30 Kilo Haschisch bestellt zu haben, das durch einen weiteren Beteiligten nach Deutschland transportiert worden ist. Die Betäubungsmittel soll der Angeklagte gewinnbringend weiter verkauft haben, unter anderem an einen ebenfalls vorgeladenen Mann.

Ende 2016 soll der Mann gemeinsam mit einem weiteren 55-jährigen Angeklagten nach Frankreich gefahren sein, um die Betäubungsmittel des Rauschgifthändlers zu testen. Der Angeklagte soll daraufhin 60 Kilogramm Haschisch bestellt haben, die durch einen weiteren möglichen Mittäter nach Deutschland transportiert worden sein sollen. Ein weiterer Angeklagter hat laut Anklage beim Entladen der Betäubungsmittel geholfen.

Weiterhin wird dem 63-Jährigen, der aus dem Hunsrück stammt, vorgeworfen, bis Anfang Dezember 2016 1000 Ecstasypillen und mindestens drei Kilogramm Amphetamin, die jeweils zum Weiterverkauf bestimmt gewesen sein sollen, gelagert zu haben.

Anfang 2017 soll der Hauptangeklagte 100 000 Euro für gelieferte Betäubungsmittel erhalten haben.

Ein weiteres Drogengeschäft folgte, denn der Angeklagte soll ein zweites Mal nach Frankreich gefahren sein, um bei einem Rauschgifthändler 50 Kilogramm Haschisch zu bestellen.

 Der Transport des Rauschgifts nach Deutschland erfolgte den Ermittlungen zufolge mit zwei Fahrzeugen. Der Hauptangeklagte soll mit einem Auto zehn Kilometer voraus gefahren sein, um ein weiteres Fahrzeug, in dem das Rauschgift war, vor möglichen Kontrollen zu warnen.

Nachdem der Hauptangeklagte sich im Februar 2017 von seiner Ehefrau getrennt haben soll, soll er zu der 40-jährigen Französin gezogen sein.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt soll das Paar übereingekommen sein, sich durch die Gewinne aus regelmäßigen und gemeinsam durchgeführten An- und Verkäufen größerer Mengen von Cannabis- und Amphetaminprodukten eine dauerhafte Einnahmequelle zur Finanzierung ihres Lebensunterhalts zu verschaffen.

 Dabei soll der Hauptangeklagte als Kopf der Gruppe insbesondere für den Kauf des Rauschgiftes in Frankreich und Deutschland, die Lagerung und die Koordination der Geschäfte der übrigen Mitglieder zuständig gewesen sein. Eine weitere Angeklagte soll ihm bei seinen Beschaffungsfahrten und sonstigen Betäubungsmittelgeschäften beraten und unterstützt haben, indem sie Absprachen mit den übrigen Mitgliedern der Gruppe, Lieferanten und Abnehmern geführt haben soll. Zudem soll sie für ihn die Drogengelder verwaltet haben.

Weitere Mitglieder der Gruppe sollen den Kontakt mit dem französischen Lieferanten aufrechterhalten haben sowie Drogen gelagert und verkauft haben. Zudem wird zwei Mitglieder vorgeworfen, die Verkäufe an die Abnehmer im Hunsrück und im Hochwald abgewickelt, den Transport an gekaufter Ware übernommen und das Geld bei säumigen Abnehmern eingetrieben zu haben.

Den Mitgliedern der Gruppe werden somit mehrere Straftaten vorgeworfen, darunter der mehrfache Erwerb und das Weiterverkaufen von Drogen. Zudem geht es in einem Fall auch um Körperverletzung und den Verkauf von Drogen an Minderjährige.

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