Prozess nach Überfall auf Wittlicher Schmuckladen

Justiz : Prozess nach Überfall auf Wittlicher Schmuckladen

Weil er im Januar 2017 mit einer Waffe die Mitarbeiter eines Wittlicher Schmuckgeschäfts bedroht und die Herausgabe des Bargelds verlangt hat, steht ein 41-Jähriger seit Dienstag in Trier vor Gericht.

An einem Mittwochabend im Januar 2017, kurz vor Ladenschluss, haben die Mitarbeiter eines Schmuckgeschäfts in der Wittlicher Innenstadt eine böse Überraschung erlebt: Ein Mann betrat den Laden, zog eine Waffe, bedrohte die Angestellten und forderte die Herausgabe des kompletten Bargelds. Seit Dienstag steht der 41-Jährige vor der Ersten Großen Strafkammer des Landgerichts Trier.

Die Anklage Die Staatsanwaltschaft Trier wirft dem 41-jährigen Angeklagten vor, an jenem Mittwoch im Januar 2017 das Schmuckgeschäft in der Wittlicher Innenstadt gegen 17.45 Uhr betreten zu haben und eine Mitarbeiterin mit einer Schusswaffe bedroht und aufgefordert zu haben, ihm den Inhalt der Ladenkasse auszuhändigen. Da die Frau das jedoch nicht konnte, forderte er sie auf, eine Kollegin zu rufen, die das könne. Unmittelbar darauf sollen zwei weitere Mitarbeiter des Geschäfts dazugekommen sein. Der Angeklagte soll seine Waffe daraufhin auf eine von ihnen gerichtet haben und nun sie aufgefordert haben, die Kasse zu öffnen. Da dem Angeklagten das offensichtlich nicht schnell genug gegangen ist, soll der gebürtige Hesse die Zeugin aufgefordert haben: „Mach die Kasse auf, ich erschieße dich!“ Dann soll er, so die Anklageschrift, versucht haben, seine Waffe, die er weiterhin auf die Frau gerichtet haben soll, durchzuladen. Es soll sich jedoch kein Schuss gelöst haben, eventuell wegen eines Defekts oder einer Ladehemmung. Der Angeklagte soll der Zeugin ein weiteres Mal gedroht haben, dass er sie erschießen werde, wenn sie die Kasse nicht öffne. Da es der Frau, die zwischenzeitlich den stillen Alarm auslösen konnte, nicht gelang, die Kasse zu öffnen, nahm der Mann den gesamten Behälter mit und flüchtete. In der Kasse sollen 650 Euro Bargeld gewesen sein.

Der Angeklagte Der Mann wurde im Winter 1977 in Hessen geboren, hat nach eigenen Angaben keine Ausbildung und keinen Beruf und verbüßt aktuell eine Strafe wegen eines anderen Falls in der Justizvollzugsanstalt in Wittlich. Durch seinen Anwalt ließ er mitteilen, dass er sich derzeit weder zu seiner Person, noch zur Tat äußern werde.

Die Zeugen Vier Zeugen sollen am nächsten Prozesstag am Mittwoch, 31. Juli, vernommen werden. Eine der Mitarbeiterinnen des Geschäfts, die bei dem Überfall anwesend war, ist mittlerweile gestorben. Der Polizeist, der sie vernommen hat, muss zu einem späteren Zeitpunkt vernommen werden, da er verhindert ist.

Der weitere Prozessverlauf Angesetzt sind drei weitere Prozesstage: der 31. Juli sowie der 1. und 5. August. Möglich sei es jedoch, so die Vorsitzende Richterin Petra Schmitz, dass Zeugen an weiteren Verhandlungstagen vernommen werden, die noch nicht terminiert sind. Die Verhandlung wird am Mittwoch, 31. Juli, um 9 Uhr am Landgericht Trier fortgesetzt.

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