Hunsrücker vor Gericht: Prozess wegen sexuellem Missbrauch an Stieftöchtern: Ein Geständnis in Teilen

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Wegen des sexuellen Missbrauchs an seinen beiden Stieftöchtern muss ich derzeit ein Mann aus dem Hunsrück vor Gericht verantworten. Die beiden mutmaßlichen Opfer belasten den  Mann schwer.

Er soll seine beiden Stieftöchter im vergangenen Jahr mehrfach sexuell missbraucht haben: Am Montag hat der Prozess gegen einen Mann aus dem Hunsrück am Landgericht Trier begonnen. Der Angeklagte sitzt derzeit in Untersuchungshaft und steht wegen eines anderen Vergehens unter Bewährung.

Die Anklage: Insgesamt vier Mal soll ein Hunsrücker seine beiden Stieftöchter, die nicht mit ihm, seiner Frau und den übrigen Kindern in einer gemeinsamen Wohnung leben, sexuell missbraucht und sie unter anderem unsittlich berührt haben. Bei jedem der angeklagten Fälle waren die Kinder zu Besuch bei der Familie. Die Taten sollen zwischen Februar und Juni 2019 in der Wohnung der Familie im Hunsrück passiert sein.

Die Aussage des Angeklagten: Der Mann, der wegen des Besitzes von Kinderpornografie verurteilt ist und derzeit deshalb unter Bewährung steht, äußerte sich ausführlich zu seinem Lebenslauf und seinen Lebensverhältnissen. Als er zu den ihm zur Last gelegten Vorwürfen aussagen soll, richtete er am ersten Verhandlungstag zuerst das Wort an die Verteidigerin der beiden mutmaßlichen Opfer, die Nebenklägerinnen sind. Er entschuldigte sich für das, was passiert sei, auf die Vorfälle sei er nicht stolz. „Ich leide darunter“, sagte er unter Tränen. Die Vorfälle, für die er sich vor Gericht verantworten muss, räumte er teilweise ein, sagte jedoch aus, dass alles im Einvernehmen geschehen sei und seine Stieftöchter sich gegen seine Annäherungen nicht gewehrt hätten. Auch nach dem nochmaligen Hinweis des Vorsitzenden Richters Günther Köhler, dass ein Geständnis sich strafmildernd auswirken könne und er noch unter Bewährung stehe, blieb der Mann bei seiner Aussage.

Die Aussagen der Jugendlichen: Die mutmaßlichen Opfer, zur Tatzeit 14 und 16 Jahre alt, widersprachen in ihren Aussagen, sich nicht gegen die Annährungen und Berührungen ihres Stiefvaters gewehrt zu haben. Vielmehr bestätigten die Schwesten die Vorfälle wie in der Anklage angegeben und zuvor bei der Polizei ausgesagt. Sie hätten sich verbal und körperlich gegen die Berührungen ihres Stiefvaters gewehrt. Die Aussagen hatten sie vor einer Ermittlungsrichterin gemacht, sie wurden auf Video aufgezeichnet und vor Gericht abgespielt. Ans Licht gekommen waren die Vorfälle, weil eines der Mädchen sie in ihr Tagebuch geschrieben hatte, das von einer Freundin gefunden und gelesen wurde.

Die Verhandlung wird am Montag, 20. Januar, mit der Vernehmung weiterer Zeugen am Landgericht fortgesetzt. Ein weiterer Prozesstag ist für Montag, 3. Februar, angesetzt.