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Justiz: Prozess: Zeugen widersprechen sich

Justiz : Prozess: Zeugen widersprechen sich

In der Verhandlung  gegen vier junge Männer aus Wittlich hat das Gericht weitere Aussagen gehört. Die unterschieden sich zum Teil stark von denen, die bei der Polizei gemacht wurden.

() Ein 20-Jähriger aus Wittlich steht vor Gericht, weil er unter anderem seine Stiefmutter geschlagen haben soll: Die Frau bestätigte den Vorfall gestern vor Gericht allerdings nicht. Im Gegenteil: Sie widersprach ihrer Aussage.

Die Anklage: Neben dem 20-Jährigen, der zurzeit in Untersuchungshaft sitzt, und drei weitere junge Männer hat die Staatsanwaltschaft insgesamt 19 Fälle angeklagt, die sie gemeinschaftlich, aber auch einzeln begangen haben sollen. Dabei handelt es sich größtenteils um Körperverletzungen, aber auch um Beleidigungen und Diebstahl (der TV berichtete).

Die Aussagen: Die Stiefmutter des 20-jährigen Angeklagten beschrieb in der Verhandlung den jungen Mann als „immer respektvoll und fürsorglich“. Ihre Aussage gegenüber der Polizei, wonach der Angeklagte sie im Sommer 2016 am Hals gepackt und zwei Mal mit einem Schlagstock geschlagen haben soll, bestätigte die Frau nicht. Sie habe damals unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss gestanden und die Aussage in einer Art Wahn getroffen. Ein weiterer Zeuge, der wegen seines zweimaligen unentschuldigten Nichterscheinens vor Gericht von der Polizei vorgeführt wurde, sagte zu einer Auseinandersetzung vor dem Eventum aus. Demnach hat der 20-Jährige ihn und seinen Freund an einem Sommerabend im vergangenen Jahr unvermittelt angegriffen und mit Faustschlägen und einer Bierflasche verletzt, was der Freund ebenfalls vor Gericht ausgesagt hatte (TV vom 21. Februar) und zwei Zeuginnen weitgehend bestätigten.

Zu Beginn der Verhandlung las der Vorsitzende Richter Günther Köhler eine Mitteilung aus der Jugendstrafanstalt in Wittlich vor, wo der 20-Jährige in Untersuchungshaft ist. Der junge Mann soll in der Nacht von Mittwoch auf den gestrigen Donnerstag aus seiner Zelle Kontakt nach außen gehabt haben. Dabei soll er Zeugen bedroht und sie aufgefordert haben, vor Gericht gemachte Aussagen zurückzunehmen beziehungsweise vor Gericht Aussagen zu seinen Gunsten zu machen.

Die Verhandlung wird am Dienstag, 6. März, um 14 Uhr fortgesetzt. Dann sollen der Staatsanwalt und die Verteidiger ihre Plädoyers halten. Zudem will die Kammer ihr Urteil fällen.