Pulverdampf und Böllerschüsse über der Mosel

Pulverdampf und Böllerschüsse über der Mosel

Vor 200 Jahren herrschten in Mülheim und der Grafschaft Veldenz unsichere Zeiten. Kaiser Napoleon I.

war auf dem Rückzug. Nach der Niederlage der Franzosen 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig setzte er sich mit seinen verbliebenen Truppen auf sicheres französisches Gebiet links des Rheines ab. Ende 1813 nahm der Kaiser mit Gefolge und Truppen in Mülheim und Umgebung Quartier.
Ein Soldat, der sich an einer Mülheimerin vergangen hatte, wurde von deren Ehemann erschlagen. Die Besatzungsmacht forderte unter Androhung der Brandschatzung des Ortes und der ganzen Grafschaft Veldenz die Auslieferung des flüchtigen Ehemanns. In allerletzter Minute gelang es dem Kaufmann und "adjoint" Franz Ludwig Niessen durch dessen Bittgang und gegen das Angebot eines Lösegeldes von 3000 Talern aus seinem Privatvermögen den Kaiser gnädig zu stimmen. Napoleon willigte ein und verzichtete auf den Beschuss des Ortes vom Helenenkloster aus. Die Brandschatzung war somit verhindert worden.
In einem Spektakel am Helenenkloster haben die Mülheimer und viele Gäste an das Ereignis von vor genau 200 Jahren erinnert. Ein Tross an Bürgern zog mit Franz Niessen, gespielt von Eckhard Lamberty vom Haus Haag zum Helenenkloster. Dort erfolgte die Lösegeldübergabe an Napoleon I., gespielt von Wolfgang Meyer. Mit Böllerschüssen und Fanfarenklängen sowie der Prägung von Gedenktalern wurde an das historische Ereignis erinnert.
Anschließend erfolgte der Abmarsch zum festlichen Umtrunk bei der Freiwilligen Feuerwehr in Mülheim. red