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Quartiersbüro in Traben-Trarbach Anlaufstelle für Gesundheitsfragen

Beratung : Quartiersbüro in Traben-Trarbach soll Anlaufstelle für Gesundheitsfragen sein

Die Gesundheit steht im Quartiersbüro in Traben-Trarbach im Mittelpunkt. Das Büro soll für alle Bürger der Verbandsgemeinde Anlaufstelle sein.

Was ist zu tun, wenn ein älteres Familienmitglied nicht mehr alleine zurecht kommt? Wo kann ich mich als Neubürger hinwenden, wenn ich noch niemanden im Ort kenne?

Diese und viele weitere Fragen stehen im Mittelpunkt der Arbeit des Quartiersbüros in Traben-Trarbach, das im November 2019 seinen Betrieb aufgenommen hat und dessen Kümmerer Andreas Höcker und Beatrix Kimnach das Projekt in der jüngsten Stadtratssitzung vorgestellt haben. Das Büro ist im Lokalen Gesundheitszentrum Mittelmosel angesiedelt (Am Bahnhof 58).

 „Quartiersdenken“ ist Andreas Höcker, der gemeinsam mit Beatrix Kimnach die Sprechstunden anbietet, nicht fremd. Denn der Ergotherapeut, der im Verbundkrankenhaus in Bernkastel arbeitet, stammt aus dem Ruhrgebiet, wo er das „über den Kirchturm-Denken“ gelernt hat. „Für mich geht ein Quartier immer über die Grenzen des Ortes hinaus,“ sagt Höcker. Somit richtet sich das Angebot, das die beiden im Ehrenamt machen, auch an die gesamte Verbandsgemeinde Traben-Trarbach. Seit November 2019 können Interessierte an einem festen Termin in der Woche zur Sprechstunde ins Lokale Gesundheitszentrum (LGZ) kommen.

„Wir sehen uns als niederschwelliges Beratungsangebot für Menschen aller Altersklassen. Als Netzwerk wollen wir die Player vor Ort wie zum Beispiel den Pflegestützpunkt in Wittlich mit einbeziehen. Wir sehen uns als Lotsen,“ erklärt Höcker. Das Angebot richte sich auch an Verwandte von pflegebedürftigen Menschen.

Dabei stehe das Thema Gesundheit im Vordergrund, vor allem, da im ländlichen Bereich die Hausärzteversorgung zunehmend schwieriger werde. Da sei es wichtig, Hilfsangebote zu vermitteln und Ansprechpartner zu sein. Langfristig gehe es aber auch darum, die medizinische Versorgung aufrecht zu erhalten und auszubauen. Höcker: „Wir müssen Hausärzte finden, die bereit sind, sich auch in ländlicheren Gegenden niederzulassen.“

Aber auch das Thema Älterwerden spiele eine große Rolle. Dazu setzen die beiden Koordinatoren auf die Zusammenarbeit zum Beispiel mit dem Pflegestützpunkt in Wittlich. Schließlich gebe es viele Fragen, wenn zum Beispiel ein Mensch nicht mehr alleine seinen Haushalt bewältigen könne und auf externe Hilfe angewiesen sei. Die Sprechstunde im LGZ soll für solche Hilfesuchende ein niedrigschwelliges Angebot sein, von wo aus dann weitere konkrete Hilfen organisiert werden können.

Geplant sei zudem auch Präventionsarbeit. „Wir wollen in Zukunft Vorträge und Infoveranstaltungen zum Thema Gesundheit und Prävention machen,“ sagt Höcker.

Auch in der Jugendarbeit soll das Büro eine Beratungsfunktion mit speziellen Sprechstunden ausüben. Perspektivisch seien auch Cafétreffs für Menschen aus dem Quartier, Workshops und Vorträge geplant.

Die Sprechstunden: mittwochs von 14 bis 18 Uhr, telefonische Sprechstunde freitags von 14 bis 16 Uhr, Beratungstermine nach Vereinbarung unter Telefon 06541/707-800.