Quo vadis, Post?

MORBACH. Landauf, landab werden Postfilialen geschlossen. Auch der Morbacher Alfred Weyand macht sich Sorgen wegen der Post. Doch dort liegt der Fall ein wenig anders.

Die Post-Agentur, bislang im Rewe-Markt im Ortskern untergebracht, werde da nicht bleiben können, weil Roman Knichel, der Betreiber des Marktes, angekündigt hat, das Geschäft in der Bahnhofstraße zu schließen, so TV -Leser Weyand. "Wenn die Post im Ort zumacht, müssen wir für eine Briefmarke ganz schön weit laufen", ärgert sich der 70-jährige Rentner. Das gefällt ihm und seiner Frau Hildegard gar nicht. Bislang habe man im Ortskern "alles in einem" erledigen können - vom Medikamenten-Kauf bis zur Abgabe eines Päckchens. Doch die Zeiten seien vielleicht schon bald vorbei, befürchtet Weyand. Niemand wisse genau Bescheid. Sogar einen Brief an Bürgermeister Gregor Eibes habe er geschrieben und seinen Befürchtungen Ausdruck verliehen. Dem gefällt diese Entwicklung auch nicht. "Ich kann nicht dafür plädieren, dass Geschäfte im Ortskern schließen und ans Morbacher Dreieck ziehen", betont der Bürgermeister. Deshalb habe er Kontakt mit der Deutschen Post AG aufgenommen, um dort seinen Standpunkt deutlich zu machen. In dessen betriebswirtschaftliche Entscheidung wolle er dem Betreiber der beiden Märkte allerdings nicht hereinreden. Roman Knichel selbst ist verwundert über die neuerliche Diskussion. Schließlich habe er bereits vor einem Jahr klar gesagt, dass er wegen der Lidl-Ansiedlung seine innerörtliche Filiale schließen werde. Schon lange habe er die mündliche Zusage der Post, die Agentur weiterbetreiben zu können. Der Markt in der Bahnhofstraße werden spätestens Ende Juni 2005 schließen. Mit Entlassungen sei nicht zu rechnen. Die Post-Agentur werde im ersten Halbjahr 2005 umziehen. Der genaue Zeitpunkt stehe noch nicht fest. Für die älteren Menschen tue es ihm auch leid, dennoch müsse er wirtschaftlich kalkulieren. "Wir prüfen noch, ob wir mitgehen", erklärt Heinz-Jürgen Thomeczek, Sprecher bei der Deutschen Post AG in Frankfurt, dem TV am Freitag. Vor allem mache man die Entscheidung abhängig von der Entfernung zur Ortsmitte, auch die Politik werde gehört. Zufall oder nicht: Eine Stunde später erfolgte ein weiterer Anruf des Post-Sprechers: "Wir gehen mit in die Bremerwiese."Was brennt Ihnen auf den Nägeln? Schildern Sie uns Ihr Problem auf maximal einer Din-A-4-Seite und schicken Sie es als Brief an: Trierischer Volksfreund, Stichwort: " TV bringt's voran”, Hanns-Martin-Schleyerstraße 8, 54294 Trier, oder als E-Mail an: thema@volksfreund.de. Der TV bringt ihr Thema voran .