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Rätsel um mysteriöse Aschespuren aus der Eifel im Bayerischen Wald

Wissenschaft : Rätsel um mysteriöse Aschespuren

Forscher entdecken Vulkanasche aus der Eifel im Bayerischen Wald. Der Ausbruch ist 13 000 Jahre her, doch der Vulkan in der Eifel ist nicht erloschen.

Forscher haben Anfang März bei Bohrungen in einem Gletschersee im Bayerischen Wald 13 000 Jahre alte Vulkanasche gefunden. Die sogenannten Tephra-Partikel wurden womöglich bei einem Ausbruch des Laacher Vulkans in der Eifel durch die Luft geschleudert und landeten so im Rachelsee, der 470 Kilometer Luftlinie vom Lacher Vulkan entfernt liegt.

Forscher glauben, der Ausbruch habe circa 11 000 vor Christus stattgefunden und damals rund 1400 Quadratkilometer Fläche bis zu 50 Meter dick mit vulkanischem Material bedeckt. Der Laacher Vulkan, dessen Krater mittlerweile den Laacher See neben der Benediktinerabtei Maria Laach in der Eifel bildet, soll dabei auch eine beachtliche Aschewolke ausgespien haben

„Anders als bislang angenommen, zog diese Wolke wohl direkt gen Osten“, erklärt Dr. Marco Heurich, Sachgebietsleiter im Nationalpark Bayerischer Wald. „Das legen

unsere Funde im Rachelsee nahe.“

 Möglich wurde die Erkenntnis durch Bohrungen, die bis zu viereinhalb Meter in die Schlammschicht am Grund des Rachelsees im Landkreis Freyung-Grafenau getrieben wurden.

Eigentlich wollten die Wissenschaftler bei den Untersuchungen klären, wie sich die Verbreitung der Baumarten im Bayerischen Wald im Laufe der vergangenen Jahrtausende entwickelt hat. „Die vulkanische Erkenntnis ist ein überraschender Beifang“, berichtet Heurich. Datiert wurden die Aschepartikel aus der Eifel mit Hilfe der Radiokarbonmethode, die auf dem natürlichen Zerfall radioaktiver Kohlenstoffatome basiert.

Der Vulkan unter dem Laacher See ist keineswegs erloschen. Wer genau hinsieht, entdeckt auch heutzutage unscheinbare Gasbläschen, die aus dem See auftreten. Wie der TV bereits Anfang des Jahres berichtete, publizierte ein deutsches Forscherteam im „Geophysical Journal International“, dass sich die Magmakammer unter dem Laacher See wieder mit geschmolzenem Gestein füllt. Seit etwa fünf Jahren messen die Wissenschaftler der Landeserdbebendienste kleine Erdbeben, von denen Spaziergänger und Anwohner aber nichts spüren. Die Forscher sagen, dass solche Aktivitäten „auf ein aktives magmatisches System hinweisen“.

In der Osteifel kann es laut der Forscher irgendwann wieder zu einem Vulkanausbruch kommen. Es ist aber unsicher, wann das passiert. Die Messungen bedeuteten nicht, dass ein Ausbruch aktuell bevorstehe, betont der Ko-Autor des Forschungsartikels, Torsten Dahm vom Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam.