Rätsel um Triers berühmten Sohn

Karl Marx ist langweilig und nicht mehr aktuell? Von wegen. Fünf Trierer Stadtführer haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Gegenteil zu beweisen. Nun präsentieren sie das Ergebnis.

Trier War Karl Marx ein Cousin von Heinrich Heine? Das könnte eine der Fragen sein, die der Stadtführer bei einer neu konzipierten Tour durch Trier stellt.
Fünf Stadtführer überlegten im Herbst 2016, was sie, mit Blick auf das Karl-Marx-Jahr (2018), an Veranstaltungen anbieten könnten. So entstand die Idee zum neuen Stadtführungsangebot: "Karl Marx - Dichtung und Wahrheit". Ausgangspunkt ist die beliebte, schon länger laufende Trierer Lügentour. Dabei erzählen Stadtführer den Teilnehmern spannende Geschichten und fragen zwischendurch, ob bestimmte Bestandteile wahr oder erfunden sind. Die Tour um Karl Marx ist eine spezielle Ausgabe dieser Lügentour.
Nach langer Vorbereitung sind die Touren ab sofort über die Trierer Tourismus und Marketing Gmbh (ttm) gegen ein Honorar von 100 Euro buchbar. Dieses Angebot gilt momentan nur für Gruppen bis zu 25 Teilnehmern.
Einzelgäste können die Führung am Sonntag, 10. September, um 14 Uhr mitmachen. Momentan arbeiten die Stadtführer daran, die Führung zusätzlich auch in Englisch und Französisch anzubieten.
Das Konzept scheint schon jetzt aufzugehen: Die Tour "Karl Marx - Dichtung und Wahrheit" ist bereits achtmal von Gruppen gebucht.
Wer aber denkt, dass es bei der Stadtführung darum gehe, Karl Marx' Theorien zu erklären und zu diskutieren, wird enttäuscht werden. "Wir wollen dem Otto-Normal-Verbraucher Karl Marx näher bringen", sagt Stadtführerin Marita Kohl. Die Führung sei leichte Kost, bei der es um Witz und Spaß gehe.
Bei vorherigen Lügentouren stellte sich heraus, das besonders die Interaktivität der Tour gut ankam. ttm-Geschäftsführer Norbert Käthler: "Bei normalen Stadtführungen sind Schulklassen oft gelangweilt, hier hören sie auf einmal ganz genau zu."
Genau wie bei der Trierer Lügentour werden dem Besucher auch bei dieser Stadtführung Fragen gestellt, die es zu beantworten gilt.
Während die Fragen bei der klassischen Lügentour aber hauptsächlich mit ja oder nein zu beantworten sind, gibt es bei der Karl-Marx-Version verschiedene Antwortmöglichkeiten, von denen jeweils eine zutrifft. Wer am Ende der Tour die meisten Fragen richtig beantwortet hat, erhält eine personalisierte Urkunde und kann sich stolz als "Marx-Experte" bezeichnen. Den Stadtführern geht es bei der Tour vor allem darum, den Bezug von Karl Marx und seiner Frau Jenny zu Trier darzustellen. Bei der Station am Bischöflichen Priesterseminar, wo Marx das damalige Gymnasium besuchte, wird beispielsweise über seinen schulischen Werdegang gesprochen. Weitere Stationen sind unter anderem das Kasino am Kornmarkt und das Karl-Marx-Haus in der Brückenstraße. Um die Führung noch attraktiver zu machen, werden teilweise auch Bilder aus dem Stadtarchiv gezeigt. Mit dem neuen Angebot sollen aber nicht nur Touristen gelockt werden. Käthler: "Es bietet auch Trierern die Möglichkeit, die Stadt aus einer anderen Perspektive zu betrachten." Weder er noch die Stadtführer wollen bei der Vorstellung der Tour ins Detail gehen: "Um die Führung nicht zu verderben, dürfen Fragen nicht verraten werden." Die oben genannte Beispielfrage, deren Antwort übrigens "ja" lautet, (Heinrich Heine war tatsächlich Cousin dritten Grades von Karl Marx) wird also nicht in einer der Touren vorkommen.
Informationen zur Tour "Karl Marx - Dichtung und Wahrheit" gibt es bei der ttm unter Telefon 0651/97808-0. Kartenvorverkauf für die Tour am Sonntag, 10. September, gibt es unter der TV-Ticket-Hotline 0651/7199-996, im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.ticket.volksfreund.de" text="www.ticket.volksfreund.de" class="more"%> und im TV-Service-Center Trier (Neustraße 91).