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Ranzenkopf: Vorläufiger Stopp für Windräder

Ranzenkopf: Vorläufiger Stopp für Windräder

Im Moment ruhen die Rodungsarbeiten im Wald oberhalb von Wintrich. Dort will eine Wintricher Planungsgesellschaft elf Windräder aufstellen, die auch in mehreren Orten der Einheitsgemeinde Morbach sichtbar wären. Für sieben weitere Anlagen, die die Energie Bernkastel-Wittlich bauen will, können die Rodungen jedoch fortgesetzt werden.

Ob auf dem Ranzenkopf Waldstücke für Windkraftanlagen auf den Gemarkungen Wintrich, Brauneberg und Piesport gerodet werden dürfen, ist derzeit offen. Da die Anlage auch vom Hunsrück aus zu sehen sein wird, hat sich in Elzerath die Bürgerinitiative "Wald in Not" formiert, die sich gegen den Bau der Anlagen wehrt. Das Verwaltungsgericht Trier hat entsprechende Pläne der Windenergie Wintrich Planungsgesellschaft bis zu einer endgültigen Entscheidung aufgeschoben. Der Landkreis Bernkastel- Wittlich hatte einen vorzeitigen Beginn der Rodungsarbeiten zugelassen. Mit dem Aufschub sollen laut Christiane Verheul vom Trierer Verwaltungsgericht bis zur Entscheidung der Richter keine vollendeten Tatsachen geschaffen werden. Doch hat das Gericht damit die Rodung der benötigten Flächen noch nicht endgültig gestoppt, sagt sie. Bis heute Mittag haben die beteiligten Parteien Zeit, Stellungnahmen bei Gericht abzugeben. Erst nach dieser Frist entscheidet das Gericht, ob dem Eilantrag des Nabu stattgegeben wird und die Rodungsarbeiten eingestellt werden müssen oder ob die Forstarbeiter wieder zur Säge greifen können. Beteiligte Parteien sind demnach der Nabu, der Landkreis Bernkastel- Wittlich als die Behörde, die die Rodungsarbeiten genehmigt hat, und die Windenergie Wintrich Planungsgesellschaft als Bauherrin der geplanten Anlagen. Nicht betroffen von der Gerichtsentscheidung ist die Rodung von weiteren sieben Waldflächen, auf denen die Energie Bernkastel-Wittlich im Staatsforst am Ranzenkopf Anlagen errichten will. Gegen diese Vorhaben hat der Nabu offenbar nicht interveniert. Dort war am Dienstag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Am Montagabend hatte die Kreisverwaltung Bernkastel- Wittlich die Genehmigung zur Rodung der insgesamt 18 Flächen zum Bau der Windräder erteilt, sagt Manuel Follmann von der Kreisverwaltung Bernkastel- Wittlich. Das Ende der Arbeiten ist darin auf den 6. März terminiert. Zwar sollen Rodungsarbeiten ab dem 1. März nicht mehr vorgenommen werden. Jedoch hätten die Antragstellerinnen nachvollziehbar dargelegt, dass die Zulassung aufgrund der Einwendungen und der damit verbundenen Prüfung nicht vor Ende Februar erteilt werden und die Arbeiten nicht mehr rechtzeitig ausgeführt werden konnten, sagt Follmann. Bei einer Verlängerung des Rodungszeitraums bis zum 6. März könne davon ausgegangen werden, dass keine Beeinträchtigungen wild lebender Pflanzen und Tiere erfolge, sagt er. Die Zulassung des Kreises zum vorzeitigen Beginn umfasse lediglich die Rodungen und den Ausbau der Wege. Wann über den Bau der Anlagen entschieden wird, könne derzeit nicht abgeschätzt werden, sagt Follmann. Am Dienstagmorgen hatten Forstarbeiter mit den Arbeiten begonnen. Zur gleichen Zeit hat das vom Nabu beauftragte Rechtsanwaltsbüro den Eilantrag beim Trierer Verwaltungsgericht gestellt. Bereits am vergangenen Freitag waren Forstarbeiter mit Maschinen vor Ort, um mit den Arbeiten beginnen zu können, mussten aber wegen einer Intervention des Nabu wieder unverrichteter Dinge abziehen. Wilhelm Wilberts, Geschäftsführer der Windenergie Wintrich Planungsgesellschaft und der Agro Wea in Twist, die zusammen mit Brauneberg, Wintrich und Piesport in die Planungsgesellschaft eingebunden ist, kann derzeit noch nicht überblicken, was die Entscheidung des Gerichts für das Projekt bedeutet. Zwar hätten Arbeiter am Dienstagmorgen mit den Rodungen begonnen, hätten diese aber inzwischen wieder eingestellt, sagt er. Der Brauneberger Bürgermeister Udo Schiffmann sagt, dass lediglich für elf der 17 vorgesehenen Windkraftanlagen der Planungsgesellschaft ein vorzeitiger Beginn der Arbeiten genehmigt worden sei. Für die weiteren sechs Anlagen fehlten noch Gutachten für Nachbesserungen.