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Rappeln oder Klappern soll in der Karwoche trotz Corona auch im Hunsrück, an der Mosel und an der Lieser stattfinden

Glaube und Brauchtum : Klappern in der Karwoche: Mitmachen, aber zuhause bleiben!

Eine gute Idee macht zurzeit die Runde, damit der Osterbrauch auch in der Corona-Krise stattfinden kann. Die Jugend im Bistum ruft dazu auf und nennt es „Home-Klappern“

Rappeln oder Klappern in der Corona-Krise – das geht doch nicht. Doch das geht, wenn auch auf andere Art und Weise als gewohnt. Viele, die das Brauchtum in der Karwoche pflegen und Kindern und Jugendlichen die Freude daran erhalten wollen, haben sich Gedanken gemacht und nach Alternativen gesucht – und auch gefunden. Eine Idee macht jetzt die Runde: Klappern von zuhause.

„Die Anregung kommt von einer Mutter aus Weiperath, sie hat mich schon letzte Woche darauf angesprochen. Sie wiederum soll die Idee aus der Eifel haben“, sagt Gerlinde Paulus-Linn, Gemeindereferentin der Pfarreiengemeinschaft Morbach. Die Referentin hat sich dann in dieser Frage an das Bistum in Trier gewendet und sie betont: „Gute Ideen verbreiten sich eben. Mich haben auch Erwachsene angesprochen, die mitmachen wollen“.

Klappern in Klausen

In einem Brief an die Messdiener, den Gerlinde Paulus-Linn, Pastor Jakob und Diakon Dr. Harald Müller-Baußmann verfasst haben, steht unter anderem: „Rappeln/Kläppern von Daheim: Mitmachen könnt ihr von zu Hause aus. Ihr rappelt zu den vorgegebenen Zeiten vom Balkon, aus dem Fenster oder vor eurer Haustür. Denkt bitte an eure Nachbarn und achtet ein bisschen auf Zeitraum und Lautstärke. Das Einsammeln eurer Gaben muss leider ausfallen. Wir hoffen ihr macht trotzdem mit.“

Morbacher, die keine eigene Rappel haben, finden in der Kar-Woche, so lang der Vorrat reicht, im Vorraum vor der Sakristei welche zum ausleihen. Danach sollen sie auch wieder dorthin zurückgebracht werden.

„Die Balkan-Kinder rappeln auch in diesem Jahr“, ist der Aufruf an die Kinder und Jugendlichen in Hoxel, Morscheid-Riedenburg und Wolzburg überschrieben. Und weiter heißt es da: „ Leider ist es in diesem Jahr nicht möglich, durch die Straßen zu ziehen, aber das Rappeln geht auch vom Balkon aus oder vor der eigenen Haustür.“ In den drei Orten sind die Rappelzeiten an Karfreitag und Karsamstag um 6.30, 11.30 und um 18.30 Uhr.

Ruth Heidweiler aus Sehlem weiß von 40 Familien, die beim „Rappeln“ in der Pfarreiengemeinschaft Salmtal mitmachen wollen. Als sie von der Aktion hörte, dass Musiker bundesweit ein Zeichen setzen und die „Ode an die Freude“ vom Balkon spielen, da dachte die gebürtige Hunsrückerin, das geht doch auch mit dem Rappeln so. „Auf Facebook und WhatsApp ist die Idee sehr gut angekommen“, erzählt Ruth Heidweiler, die sich bei der Arbeitsgemeinschaft Familiengottesdienst und in der Sternsingerbetreuung einsetzt. Die 56-Jährige ergänzt im TV-Gespräch: „Die Aktion soll auch eine Botschaft sein, dass wir zusammenhalten.“

Das wird auch in der Pfarreiengemeinschaft Wittlich so gesehen. Wie die Gemeindereferentin Heike Feldges betont, steht die Verbundenheit im Vordergrund und Junge und Alte können mitmachen.  In einem Sonderpfarrbrief werde nochmals darüber informiert. „Überhaupt werden die Informationen gut gestreut, auch über die WhatsApp-Gruppe der Messdiener“, sagt Heike Feldges.

Viele weitere Gemeinden werden es ähnlich halten, denn auch das Bistum Trier hat eine Pressemitteilung herausgebracht unter dem Titel „Jugend im Bistum lädt zum „Home-Klappern“ ein.“

Die Kinder und Jugendlichen sind eingeladen, zu den  Klapperzeiten am Karfreitag und Karsamstag von ihrem Fenster, Balkon oder Garten aus zu klappern. Jung und Alt können sich beteiligen und so ein Zeichen der Verbundenheit setzen, lädt Benedikt Welter zu der Aktion ein: „Klappern von zuhause aus unter dem Motto ‚#WirKlappernZuHause‘“ Er hofft, dass sich viele der Aktion anschließen und die Kartage hörbar werden lassen. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass das Einsammeln von Dankesgaben in der jetzigen Situation nicht stattfinden kann.

„Aber auch das lässt sich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt, eventuell verbunden mit einer anderen Aktion, nachholen“, heißt es von Seiten der Jugend im Bistum.