Raritäten in der Scheune

Echte Unikate gibt es in der privaten Sammlung des Fronhofeners Kurt Stumm kaum zu entdecken. Die heimatkundliche Sammlung in Oberkleinich genießt nämlich stets Vorrang. Ein Besuch bei ihm lohnt aber allein schon deshalb, weil Stumm alles mit viel Liebe zum Detail aufgebaut hat.

Fronhofen. Wer sich für Heimatgeschichte interessiert, dem dürfte die "heimatkundliche Sammlung" in Oberkleinich ein Begriff sein. Doch in der Gemeinde Kleinich mit ihren insgesamt acht Dörfern gibt es nicht nur dieses offizielle Museum.

So ganz nebenbei, quasi im Windschatten der offiziellen Einrichtung, ist in Fronhofen eine zweite Sammlung zusammengetragen worden. Und zwar in der riesigen Scheune des Anwesens von Kurt Stumm. Er hat mit dem für Oberkleinich sammelnden Klaus Christmann manches gute Stück für die heimatkundliche Sammlung entdeckt und nach Oberkleinich transportiert.

"Das Museum hatte immer Vorrang", erklärt Stumm. Allerdings kam es auch immer mal vor, dass bereits ein ähnliches und vielleicht auch besser erhaltenes Exemplar vorhanden war. Also wurden die weniger schönen Stücke nach und nach in Stumms Scheune gelagert.

Begonnen hat die Sammelleidenschaft des vierfachen Großvaters vor fünf Jahren. Damals stand ein Nachbarhaus zum Verkauf, das vorher leer geräumt werden sollte. Von dort stamme seine Sammlung an Gerätschaften zur Flachsverarbeitung wie Breche, Schwingstock, Hechel oder Spulräder, erzählt Stumm. Denn in Oberkleinich sei das schon alles vorhanden gewesen.

Auf ähnliche Weise ist der 75-Jährige an landwirtschaftliche und hauswirtschaftliche Gerätschaften gekommen - und auch an Schreinerei-Werkzeuge. Denn Speicher und Scheunen gibt es immer wieder mal auszuräumen.

Aber auch eine Schulbank, eine Tafel und ein Turnreck stammen aus Fronhofen. Und zwar aus der in den 1960er Jahren geschlossenen Volksschule.

Jüngster Neuzugang in der Stummchen Scheune sind Werkzeuge aus einer örtlichen Schmiede. Zangen und Hämmer lagerten momentan noch unsortiert übereinander gestapelt, räumt Stumm ein. Denn zuerst wird immer der ursprüngliche und oft nicht allzu berauschende Zustand der Geräte dokumentiert.

Doch abgesehen vom Neuzugang-Depot ist in seiner privaten Sammlung alles picobello. Viele Gerätschaften sind fein säuberlich beschriftet und vielfach auch so aufgebaut, dass Besucher die einzelnen Arbeitsschritte nachvollziehen können.

Dazwischen gibt es zudem immer wieder echte Raritäten zu entdecken. So etwa die Dreschmaschine von 1899, die noch per Hand betrieben wurde, und ein Pferdeschlitten. Allerdings stammt dieser nicht aus dem Kirchspiel, sondern aus Sohrschied, wo Stumms Tochter lebt.

Glücklicherweise liegt offensichtlich nicht nur ihr die Sammlung des Vaters am Herzen, sondern auch den vier Enkeln. Eigentlich gingen alle mal in die Scheune gucken, freut sich ihr Großvater.