Rastplätze verkommen zu Müllhalden

Rastplätze verkommen zu Müllhalden

Müll auf Parkplätzen - das ist nichts Neues. Doch das Problem verschärft sich. Die Straßenmeistereien müssen inzwischen eigens Personal abstellen, um den Dreck, den unverschämte Zeitgenossen hinterlassen, zu entsorgen. Das Problem ist so gravierend, dass bereits einige Parkplätze geschlossen wurden.

Bernkastel/Wittlich. Eigentlich haben die Straßenmeistereien mit ihren vorgegebenen Aufgaben genug zu tun. Sie kontrollieren den Zustand der Straßen und Entwässerungsgräben, sie streuen im Winter Salz, sie mähen die Bankette, säubern Leitpfosten und Schilder, schneiden Bäume und Sträucher und führen kleinere Instandsetzungsarbeiten durch. Auch das Säubern der Parkplätze gehört zu ihren Aufgaben. Inzwischen ist diese Arbeit, vor allem im Sommer, zu einem Haupttätigkeitsfeld geworden.

Ralf Schmitz, Leiter der Master-Straßenmeisterei Wittlich, und damit zuständig für die Straßenmeistereien Manderscheid, Wittlich und Bernkastel-Kues, beziffert für seinen Bereich die Kosten für die Entsorgung des Mülls, der sich auf Parkplätzen anhäuft, auf 20 000 bis 25 000 Euro pro Jahr. Hinzu kommen die Personalkosten.

Im Sommer müssen die Parkplätze von den Mitarbeitern sogar zweimal wöchentlich angefahren werden, um den Müll einzusammeln und auf die Deponien zu bringen. Dabei stoßen die Mitarbeiter auf Müll und Dreck jeder Art. Schmitz: "Wir finden dort Sperrmüll, ja ganze Wohnungseinrichtungen, Kühlschränke, Fernseher, Batterien, Reifen, mit Dreck gefüllte Säcke und Unmengen von Papier, Pappe, Dosen und leeren Flaschen. Sozusagen alles, was man sich vorstellen kann." Oft finden die Leute von der Straßenmeisterei zudem Ekelmüll. Das sind Reste von Hausschlachtungen, vor allem Überreste von Schafen, die im Sommer schnell verwesen.

Sogar tierische Abfälle landen auf Rastplätzen

Besonders in der Nähe der Tierkörperbeseitigungsanlage Rivenich sind solche Ekelmüll-Funde auf Parkplätzen an der Tagesordnung.

Meistens werden Parkplätze für die illegale Müllbeseitigung benutzt, die schwer einsehbar sind, sagt Schmitz.

Weil in den vergangenen Jahren die Menge an illegal abgelegtem Müll auf Rastanlagen solche Ausmaße angenommen hat, hat der Landesbetrieb Mobilität (LBM) kürzlich aus Kostengründen einige Parkplätze geschlossen. Im Kreis Bernkastel-Wittlich sind dies unter anderem Rastplätze an der L 55 zwischen Ürzig und Bombogen, an der L 193 zwischen Enkirch und Raversbeuren und an der L 34 zwischen Hupperath und Burg/Salm.

Der LBM teilt dazu auf Anfrage mit, dass es grundsätzlich nicht vorgesehen sei, diese Parkplätze wieder zu öffnen. Insgesamt hat der LBM Trier im vergangenen Jahr für die Müllentsorgung 75 000 Euro ausgegeben. Dabei sind die Kosten für Personal und Fahrzeuge noch nicht berücksichtigt.

Meinung

Von Winfried Simon

Schande für eine Urlaubsregion

So weit ist es schon gekommen: Das Land schließt Rastplätze an Bundes- und Landstraßen, weil die Menge an illegal abgestelltem Müll immer größer wird. Für eine Urlaubsregion ist das eine Schande. Zu den Verursachern zählen Urlauber wie Einheimische. Ob das Problem mit dem Aufstellen von zusätzlichen Abfalltonnen gelöst werden kann, darf bezweifelt werden. Ein Kühlschrank oder Autoreifen passt auch nicht in eine zweite Tonne. Die Umweltverschmutzer dürften sich aber nicht sicher fühlen. Deshalb sollten Polizeistreifen regelmäßig Rastplätze anfahren. w.simon@volksfreund.de

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