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Rat trifft sich - Gewitter verzieht sich

Rat trifft sich - Gewitter verzieht sich

Die erste Sitzung des neuen Gemeinderates in Rivenich ist auf großes Interesse gestoßen. 40 Bürger kamen zur Sitzung, in der der neue Ortsbürgermeister Peter Knops ins Amt eingeführt wurde. Im Vorfeld gab es heftige Debatten über die Gültigkeit der Wahl (der TV berichtete).

Rivenich. Ein heißer Tag geht zu Ende. Im Rivenicher Bürgerhaus ist es drückend schwül. In der Ferne türmen sich dunkle Wolken:
Ein Gewitter scheint heraufzuziehen. Und das nicht nur in meteorologischer Hinsicht. Die konstituierende Sitzung des Rivenicher Gemeinderates, der sich in diesem Abend im Bürgerhaus trifft, war eine lebhafte Kontroverse im Ort über die Richtigkeit der Wahl vorangegangen. Einige Bürger des Ortes hatten Einspruch gegen die Wahl des Ortsbürgermeisters Peter Knops eingelegt, da dieser versprochen hatte, einen Teil seines Bürgermeistergehalts an einen noch zu gründenden Kulturverein zu spenden. Damit gewann er die Wahl, zu der auch der bis dahin seit 20 Jahren als Ortsbürgermeister amtierende Günter Thul (SPD) angetreten war. Die Kreisverwaltung hat die Beschwerde inzwischen abgelehnt - die Gegenseite will in Revision gehen.
Und so ist das Interesse an dieser Versammlung groß. Rund 40 Bürger kommen zur Sitzung, die Verbandsgemeindebürgermeister Dennis Junk eröffnet. Knops erinnerte nach seiner Vereidigung daran, dass er letztlich mit einer Mehrheit zum Bürgermeister gewählt worden ist: "Ich habe nie beabsichtigt, die Wähler zu manipulieren und bleibe bei meinem Versprechen, zu spenden. Jetzt geht es darum, den Ruf Rivenichs wieder ins rechte Licht zu rücken." Das Publikum applaudiert. Der Rat wählt daraufhin Bernd Wilms (FWG) und Ralf Schütz (FWG) zum ersten und zweiten Beigeordneten.
Anschließend ehrt Junk mehrere Mitglieder und ehemalige Mitglieder des Gemeinderats für langjährige Tätigkeit: Hans Hesse (25 Jahre), Günter Wey junior (25 Jahre), Edwin Bier (23 Jahre), Wilfried Wagner (20 Jahre). Günter Thul und Matthias Press werden - in Abwesenheit - ebenfalls für 20 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Weitere Ehrungen gingen an Marco Hütter und Harald Kohl. Nach der Sitzung kommentieren Rivenicher Bürger den Abend. Alexandra Kirsten sagt: "Es war sehr traurig, dass der ehemalige Bürgermeister nicht da war, um die Ehrung zu empfangen." Alexander Neugebauer meint: "Es ist alles gut über die Bühne gegangen, und es wurde nicht scharf geschossen. Jetzt müssen wir nach vorne schauen."
Draußen klart es auf. Die Gewitterwolken über Rivenich haben sich verzogen.Meinung

Pragmatismus bewiesen
Trotz der heftigen Querelen im Vorfeld der Gemeinderatsitzung in Rivenich lief die Sitzung harmonisch ab. Die Rivenicher Politiker und Bürger haben gezeigt, dass sie auch ein kontroverses Thema pragmatisch angehen können. Das bedeutet schließlich auch, das eine zu tun und das andere nicht zu lassen. Die Bedenken gegen die Rechtmäßigkeit der Wahl sind verständlich. Und es ist auch in Ordnung, wenn die Beschwerdeführer nun in Revision gehen. Auf der anderen Seite muss aber auch die Arbeit in der 700-Einwohner-Gemeinde weitergehen können. Die vielen Rivenicher, die zur Sitzung gekommen sind, haben ihre Repräsentanten im Rat mit viel Applaus ermutigt, weiterzumachen. Das ist gut so. hp.linz@volksfreund.de