Rat und Anlieger streiten sich um Gehweg

Rat und Anlieger streiten sich um Gehweg

In Schladt in der Liesertalstraße soll der Bürgersteig erneuert werden. Der Rat hat sich zweimal dafür ausgesprochen, Bitumen anstatt Pflaster zu verwenden. Und das, obwohl sich rund 80 Prozent der Anlieger in einem Bürgeranstrag für einen Bepflasterung ausgesprochen haben.

Schladt. Pflaster oder Bitumen? Das ist im Fall der Liesertalstraße in Schladt ein Streitthema und zwar offensichtlich eines zwischen Bürgern und Rat. In einer ersten Abstimmung hat sich der Gemeinderat mit zwei zu eins Stimmen für Bitumen ausgesprochen. Nur drei Ratsmitglieder des siebenköpfigen Gremiums konnten abstimmen, da vier als Anlieger wegen Sonderinteresse ausgeschlossen waren. Gegen diesen Beschluss des Gemeinderats reichten die betroffenen Anlieger einen Anliegerantrag (Unterschriftenaktion) ein, der von Daniel May und einem weiteren Anlieger initiiert wurde.

Rund 80 Prozent der Anlieger hatten sich für eine Pflasterung des Gehwegs ausgesprochen.

Ihre Argumente für das Pflaster: Es ist kostengünstiger als Bitumen, zeitgemäß und bietet eine optische Abgrenzung zur Fahrbahn.

Der Anliegerantrag führte dazu, dass das Thema erneut im Gemeinderat verhandelt wurde.

Pflaster optisch und preislich günstiger



Die Vor- und Nachteile von Bitumen bzw. Pflastersteinen wurden erneut eingehend diskutiert.

Ortsbürgermeister Rainer Ernst sagt: "Für Pflaster spricht einiges. Zum einen ist es weniger aufwendig, falls in Zukunft Arbeiten an den Versorgungsleitungen im Erdreich vorgenommen werden müssen. Das Wasser kann besser abfließen, der Preis ist etwas günstiger, und aus Sicht der Verkehrssicherheit ist eine optische Abgrenzung gegeben." Theo Irmisch vom Ingenieurbüro John & Partner, Wittlich, bestätigt diese Argumente. Pflastergehwege lägen im Trend und würden auch vom Landesbetrieb Mobilität empfohlen. Gegen Pflaster spricht die Pflege zur Verhinderung von Gras- oder Moosbewuchs.

An der Entscheidung des Rats änderten die Argumente im Endeffekt nichts. Eine weitere Abstimmung führte zu folgendem Ergebnis: eine Stimme für Pflaster, eine Stimme für Bitumen und eine Enthaltung.

Das würde bedeuten, die rund 1000 Meter Gehweg der Liesertalstraße werden mit Bitumen erneuert. Daniel May empfindet dieses Ergebnis wie einen Schlag ins Gesicht.

"Damit ist der Anliegerantrag quasi abgelehnt", sagt er. Ortsbürgermeister Ernst ist mit diesem Ergebnis ebenfalls nicht einverstanden. Er wird das Thema in der nächsten Gemeinderatssitzung erneut auf die Tagesordnung setzen. "Es sprechen mehr Dinge für Pflaster als dagegen. 80 Prozent der Anlieger sind dafür, das ist eine deutliche Mehrheit", so Ernst.

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