Realschule plus geht im Herbst an den Start

Spätestens nach den Sommerferien im Jahr 2013 löst in Rheinland-Pfalz die Realschule plus die bisher eigenständigen Haupt- und Realschulen ab. In der Region ist es bereits zu einigen Verschmelzungen gekommen. Nun ist auch Bernkastel-Kues dran.

 Sie freuen sich auf die Sommerferien, den Start der Realschule plus und ihre neuen Mitschüler der fünften Klasse: Die künftigen Achtklässler Tamara Böhm, Kim Leon Rieb, Lukas Bölinger, Manuel Decker, Melina Müller, Nadine Thiesen, Alicia Ries und Anna Ehses (von links). TV-Foto: Winfried Simon

Sie freuen sich auf die Sommerferien, den Start der Realschule plus und ihre neuen Mitschüler der fünften Klasse: Die künftigen Achtklässler Tamara Böhm, Kim Leon Rieb, Lukas Bölinger, Manuel Decker, Melina Müller, Nadine Thiesen, Alicia Ries und Anna Ehses (von links). TV-Foto: Winfried Simon

Bernkastel-Kues. Heute, Freitag, endet in Rheinland-Pfalz und damit auch in Bernkastel-Kues das Schuljahr 2009/2010. Am 16. August wird der Unterricht wieder aufgenommen. In Bernkastel-Kues gibt es dann eine gravierende Änderung. Aus der Hauptschule und der Freiherr-vom-Stein-Realschule wird die Realschule plus. "Eigentlich befinden sich dann aber erst einmal drei Schulen unter einem Hut", sagt Ulf Hangert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues.

Nur in den vier fünften Klassen wird nach der neuen Schulform unterrichtet. Alle übrigen Klassen werden noch nach dem derzeitigen Haupt- und Realschulmuster zum Abschluss geführt.

Voraussichtlich 84 Schüler bilden ab dem 16. August das fünfte Schuljahr. 51 waren notwendig, um das Konzept umsetzen zu können. "Über diese Zahl sind wir sehr froh", sagt Renate Kirchen, die zukünftige Rektorin der Schule. 25 Anmeldungen für Ganztagsunterricht (bis 16 Uhr) liegen vor. Diese Kinder bilden eine Klasse. Für die übrigen Mädchen und Jungen endet der Schultag um 13 Uhr. Hauptunterschied: Die Ganztagsschüler erledigen vor Ort bereits ihre Hausaufgaben.

Die Fünftklässler werden Räume in der Realschule beziehen. Für sie beginnt dort eine dreijährige gemeinsame Orientierungsphase. Erst zum Ende des siebten Schuljahres wird entschieden, wohin der Weg führt: zum bisherigen Hauptschulabschluss oder zur mittleren Reife (Sekundarabschluss 1). Die Rektorin, der zwei Konrektoren zur Seite stehen, ist ab dem 16. August für 717 Schüler verantwortlich. Dazu kommen 55 bis 60 Lehrer, pädagogische Fachkräfte und Förderlehrer. Baulich verändert werden muss an beiden Gebäudekomplexen nichts. Der Standard sei gut, betonen Hangert und Kirchen.

Träger der Schule ist die VG Bernkastel-Kues. Der Betrieb der Hauptschule kostet die Kommune bisher etwa 250 000 Euro pro Jahr. Die bisher vom Kreis getragenen Kosten für die Realschule liegen auf dem gleichen Niveau. Nach Auskunft von Ulf Hangert wird der Anteil der VG Bernkastel-Kues um etwa 100 000 Euro steigen. Den Rest decken Land und Kreis ab.

"Abschied und Aufbruch." So antwortet Renate Kirchen auf die Frage nach ihrer Gemütsverfassung. In der Sache sei auch öfter gestritten worden. Schließlich sei die Realschule plus nicht unumstritten. Deshalb, so die Rektorin und der Bürgermeister, sei es gut, erst jetzt an den Start zu gehen. "So war mehr Basisarbeit möglich", betonen die beiden.

Thomas Meuren, Vorsitzender des Elternbeirats der Hauptschule, bestätigt dies: "Alle betreten Neuland. Wir gehen das mit Optimismus an, haben das Projekt positiv begleitet, sind bestens informiert worden und sehen momentan keine größeren Probleme." Wichtig sei auch, dass sich die Elternbeiräte kennengelernt haben. Natürlich gebe es auch Skepsis und Misstrauen gegenüber der neuen Schulform, sagt Angelika Radtke, Vorsitzende des Elternbeirats der Realschule. "Aber an den Schulen ist sehr viel Arbeit geleistet worden, deswegen gehen wir das auch positiv an", erläutert sie.