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Reben haben Frost gut überstanden

Reben haben Frost gut überstanden

Winzer und Obstbauern können aufatmen: Fast alle Rebknospen sind ausgetrieben, und die Apfelblüte ist gut verlaufen. Die Frostnacht vom 17. April hat nur geringe Schäden verursacht, wie man jetzt in den Weinbergen beobachten kann.

Bernkastel-Kues/Trier. Der Frosteinbruch in der Nacht vom 3. auf den 4. Mai des vergangenen Jahres war für viele Winzer eine mittlere Katastrophe. In manchen Lagen der Mosel, in sogenannten Frostlöchern, gab es Ernteausfälle von 50 bis 100 Prozent. In diesem Jahr kam der Frost zum Glück früher. In der Nacht zum 17. April sanken die Temperaturen sogar stellenweise auf minus fünf Grad.
Doch die meisten Rebknospen waren zu diesem Zeitpunkt "noch in der Wolle". Das heißt, es zeigte sich noch kein zartes Grün. Die Reben haben die Kälte überstanden, der Austrieb ist gut verlaufen. Wilfried Zipse, Leiter der Fachgruppe Weinbau beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Mosel (DLR) in Bernkastel-Kues, sagt: "In den Weinbergen sieht es gut aus, der Austrieb der Reben liegt im langjährigen Durchschnitt." In den Spitzenlagen sind bereits mehrere Blättchen zu erkennen (siehe Foto). Vor einem Jahr hatten die Reben aufgrund der außergewöhnlich warmen Witterung im April zur gleichen Zeit einen Vegetationsvorsprung von zehn bis 14 Tagen. Die Rebtriebe waren bereits auf eine Länge von 20 Zentimeter herangewachsen.
Der Zeitpunkt des Rebaustriebs ist noch kein Hinweis auf die Qualität des Jahrgangs. Wichtiger ist die Blüte. Wird es in den kommenden Wochen richtig warm, kann sie in diesem Jahr Anfang bis Mitte Juni einsetzen. Sie kann sich aber auch bis Ende Juni hinziehen.
Der nasse April war für die Reben eher von Vorteil. Zipse: "Der Regen füllt die Böden, Trockenschäden sind vorerst nicht zu befürchten."
Die Obstbauern in der Region sind ebenfalls zufrieden. Nach der Frostnacht vom 17. April waren sie zunächst in Sorge um die anstehende Apfelblüte, doch die Schäden hielten sich in Grenzen. Franz-Josef Scheuer, Obstbaufachmann vom DLR in Trier: "Eine gute Apfelernte ist in diesem Jahr möglich." Der Zeitpunkt der Blüte liege im langjährigen Durchschnitt.
Im Vorjahr blühten die Apfelbäume 14 Tage früher, 2010 betrug der Vorsprung zehn Tage.
In der Region Trier mit den Landkreisen Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich und Bitburg-Prüm wird auf 180 Hektar gewerblicher Kernobstanbau betrieben. Davon sind 154 Hektar Apfelanbau und 19 Hektar Birne. Der Rest verteilt sich auf Zwetschgen, Süßkirschen und Mirabellen.
Der größte Teil wird als Tafelobst vermarktet. Ungleich größer ist die Fläche an Streuobst. Genaue Zahlen gibt es nicht. Dieses Obst wird vornehmlich für die Herstellung von Viez (Apfelwein) und Schnaps verwendet.