REBSCHUTZDIENST

LAGE: Der trocken-heißen Witterung im Juli folgte eine bis gestern kühl-feuchte Witterungsperiode im August, wodurch das Wasserdefizit der meisten Anlagen gerade noch rechtzeitig aufgefüllt wurde.

Trockenschäden betrafen allerorten nur Junganlagen und jüngere Ertragsanlagen. Für das Wochenende ist ein Wetterumschwung zu feucht-warmer Witterung prognostiziert, welcher insbesondere der Botrytis weiter Vorschub geben wird. Wo die Abschlusspritzung bei Riesling noch nicht erfolgt ist, sollte diese noch bis Ende der Woche durchgeführt werden. Wartezeiten und Konzentration der eingesetzten Mittel beachten, um Pflanzenschutzrückstände im Erntegut zu vermeiden, auch im Hinblick auf Gärverzögerungen! Peronospora: Bei der weiterhin unbeständigen Witterung muss im oberen Bereich der Laubwand immer noch mit starkem Infektionsrisiko gerechnet werden. Für die Abschlussbehandlung wird die Verwendung von Kontaktmitteln empfohlen (z.B. Folpan 80 WDG 1,6 kg/ha, WZ 35 Tage, Folicur EM 4,0 kg/ha, WZ 35 Tage, Kupfer-Fungizide: z. B. Cueva 16 l/ha, Cuprozin flüssig 1,6 l/ha, Funguran 4,0 kg/ha, alle 35 Tage WZ). Oidium: Der Oidiumdruck im Anbaugebiet war relativ gering, was allerdings nicht ausschließt, dass vereinzelt in nicht ordnungsgemäß behandelten Anlagen sehr starke Oidiuminfektionen vorhanden sind. Für die letzte Behandlung empfiehlt sich der Einsatz eines Azols (z. B. Folicur EM 4,0 kg/ha, WZ 35 Tage, Systhane 20 EW 0,24 l/ha, WZ 28 Tage, Topas 0,24 l/ha, WZ 35 Tage). Beim Einsatz von Cueva (WZ 35 Tage) gegen Peronospora wird Oidium mit erfasst (Achtung: Bei Sprühgeräten nicht höher als zweifach konzentrieren). Schwarzfäule: Infektionsbedingungen wurden von fast allen Wetterstationen in unserem Gebiet vom 3. bis 5. und vom 10. bis 15. August gemeldet. Bis zur beginnenden Beerenreife können Trauben infiziert werden. Der Ausbruch der oben genannten Infektionen ist erst im September zu erwarten, da die Inkubationszeit bis zu sechs Wochen betragen dürfte. Bei der Anwendung von Azolen gegen Oidium wird die Schwarzfäule mit erfasst. Botrytis, Sekundärpilze: Vereinzelt kann Botrytisbefall als Folgeerscheinung von Traubenwicklerbefall festgestellt werden. Überwiegend jedoch sind in diesem Jahr abgequetschte Beeren die Ursache für Botrytis. Ursache dafür dürfte der nach der langen Trockenheit spät mineralisierte Stickstoff sein. Wieder einmal zeigt sich, dass eine Botrytisbekämpfung vor Traubenschluss der wichtigste Applikationstermin ist. Eine Spätbehandlung mit Spezialbotrytiziden bei bereits erfolgter Infektion ist nur von geringer Wirkung. Befallene Trauben zu entfernen, wird nur in Weinbergen mit starkem Behang empfohlen, da die jetzt eintretende feuchtwarme Witterung - ähnlich wie beim Jahrgang 2000 - der Botrytis in stark traubenreduzierten Anlagen Vorschub leistet und damit die Gefahr von Essigbildung und der Ansiedlung von Sekundärpilzen verstärkt wird. Die wichtigste Maßnahme ist das Schaffen einer luftigen Traubenzone. Entblätterungsmaßnahmen sollten aber auch nicht übertrieben werden, um einer bei höheren Temperaturen wieder gegebenen Sonnenbrandgefahr keinen Vorschub zu leisten. Eine starke Entblätterung sollte daher nur auf der sonnenab-gewandten Seite durchgeführt werden. Applikationstechnik: Bei 1600 l/ha Wasseraufwand wird der Basisaufwand mit dem Faktor 4 multipliziert. Im Steilhang ist ein 25 Prozent höherer Brühe- und Mittelaufwand anzuhalten. Fristverlängerung Umstrukturierungsförderung 2006/7: Die Antragsfrist für Pflanzungen in 2007 wurde bis 31. August 2006 verlängert. Zuständig sind die Kreisverwaltungen.

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