Wittlich: Referat über Zwangssterilisationen

Wittlich : Referat über Zwangssterilisationen

(red) Auf Einladung des Kulturamtes der Stadt Wittlich, des Arbeitskreises „Jüdische Gemeinde Wittlich“ und des Emil-Frank-Instituts hat der Historiker Dr. Matthias Klein zum Thema „Zwangssterilisationen in Wittlich“ in der  Synagoge am „Tag des Gedenkens der Opfer des Nationalsozialismus“ referiert.1933 gaben die Nationalsozialisten das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ bekannt.

Es besagte, dass „Erbkranke“ „durch chirurgischen Eingriff unfruchtbar gemacht (sterilisiert) werden“. Als „erbkrank“ galten „angeborener Schwachsinn“, „Schizophrenie“, „zirkuläres (manisch-depressives) Irresein“, „erbliche Fallsucht“, „erblicher Veitstanz“, „erbliche Blindheit“, „erbliche Taubheit“ und „schwere erbliche körperliche Missbildung“.

In Wittlich war zu Beginn der Amtsarzt Dr. Joseph Müller dafür zuständig,  Personen auszuwählen. Dem NSDAP-Kreisleiter Losen erschien der ehemalige Zentrumspolitiker nicht ausreichend engagiert.  Matthias Klein überprüfte laut Referent diese Bewertung Müllers und verglich die Zahl der zur Zwangssterilisation verurteilten Personen aus Wittlich mit denen aus den übrigen Gebietskörperschaften im ehemaligen Regierungsbezirk Trier. Er setzte die Anzahl der  Personen in Korrelation zur Einwohnerzahl und kam zu dem Ergebnis, dass mit 6,7 Prozent Wittlich an dritter Stelle der Häufigkeit der zur Zwangssterilisation zugewiesenen Menschen stand. Der Referent ging dann auf das Wittlicher Gefängnis ein, in dem zahlreiche Männer einsaßen, die zwangssterilisiert wurden, zuerst in Trier und Düsseldorf und schließlich im Kreiskrankenhaus Wittlich.  Foto: Elke Scheid

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