Regenschirme sind der Renner

Die Geschäftsleute im Hunsrück trotzen auch schlechtem Wetter. Knapp halb so viele Besucher wie bei Sonne vor einem Jahr kamen laut Morbacher Gewerbeverein gestern zum Morbacher Frühling. Auf der Straße war wenig los, aber in manchen Geschäften ging es rund.

Morbach. Das war eine Böe zu viel für den Regenschirm. Zum Glück konnte die Frau, deren Schirm dem stürmischen Wind im Hunsrück nicht mehr standhielt, sich schnell Ersatz besorgen. Denn auch Regenschirme gab es beim verkaufsoffenen Sonntag in Morbach käuflich zu erwerben.
Bei Regen und Wind kamen gestern nur knapp 2500 Besucher zum Morbacher Frühling in den Hunsrück. Vor einem Jahr bei Sonnenschein und Wärme hatten die Verantwortlichen des Gewerbe- und Verkehrsvereins noch etwa 5000 geschätzt. Er habe allerdings schon Schlimmeres befürchtet, sagt Kurt Müllers: "Heute Morgen habe ich gedacht, ich würde mir nur die Beine in den Bauch stehen. Aber jetzt kommen die Leute in Schüben."
Im Zelt des Gewerbevereinsvorstandmitglieds auf dem Platz Pont-sur-Yonne suchen immer wieder Paare und Familien nicht nur Schutz vor Regen und Wind, sondern auch nach Gartenmöbeln für sonniges Wetter. Einige Aussteller hätten gar nicht erst ausgepackt, sondern seien direkt wieder abgereist, berichtet Müllers.
Modeatelier gut besucht

Obwohl der Himmel grau ist, verkauft Christine Thömmes (rechts) Stiefmütterchen und andere Frühlingsboten. Foto: Holger Teusch


Geflüchtet - in den Pfarrsaal - sind auch diejenigen, die privat Lesestoff, CD oder DVD verkaufen. "Das ist das erste Mal, dass ich bei einem Bücherflohmarkt bin. Ich habe mich auf draußen gefreut", erzählt Waltraud Orgrowsky.
Zwei Stände daneben strahlen die zehnjährigen Zwillinge Marieta und Miguel Winkel aus Hundheim aber über ihre gerade erstandene Film-DVD. "Wir haben eine Tante, die guckt auch gerne Filme", erklärt Miguel, weshalb sie einen kleinen Vorrat anlegen.
Proppenvoll ist das Modeatelier von Irina Schall. "Eigentlich wollten wir die Kindermodenschau ja draußen machen", erzählt sie. Wegen des Regens führen die Mädchen ihre selbst genähten Kleider dann aber doch im Geschäft vor. Wo es trocken und warm ist, da tummeln sich die Menschen. Im Blumenhaus Thömmes werden bunte Frühlingsboten nachgefragt. Doch Christine Thömmes muss ab und zu nach auch draußen, um Kunden bei Hornveilchen und Osterglocken zu beraten.
Einen Vorteil hat die feuchte Witterung: Die Blumen draußen müssen nicht gegossen werden.